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KW 48/2005: Warum empfinden so viele Menschen körperliches Unbehagen, wenn sie jemanden mit Styropor hantieren hören?

"Weil das Geräusch, das dabei entsteht, dem Warn-Geschrei von Affen gleicht. Vor ein paar 100.000 Jahren war das für die Vorfahren des Menschen ein Signal, die Flucht anzutreten und sich zu verstecken", meint Florian aus NRW.

Ich glaube, dass dieser Effekt eng mit der Verknüpfung von Berührung und Gehörtem zusammenhängt. Das Gefühl bei der Berührung von Styropor ist eher unangenehm => das Gehörte wird mit diesem Gefühl eng verknüpft. Zweite These: Die verursachten Töne sind extrem schräg und nicht harmonisch. Es hört sich nach "Quietschen" an. Quietschen ist einfach unangenehm und kalt.

Wolfgang Richardt, Ulm wrichardt(at)gmx.net

Das körperliche Unbehagen kommt wahrscheinlich daher, dass beim Hören des Styropor-Geräuschs gleichzeitig mit der Stimulation des Hörzentrums im Gehirn gewisse Teile im Gehirn zusätzlich erregt werden, die bei anderen Geräuschen nicht mitreagieren. Dieses Mitreagieren anderer Sinnes- oder Empfindungszentren im Gehirn wird als Synästhesie bezeichnet. Nicht sehr viele Menschen reagieren ständig, andauernd und ausgeprägt synästhetisch auf diverse Reize. Aber im Ansatz kann das bei (fast) jedem passieren, bei bestimmten Geräuschen. So auch, wenn das schrille Geräusch von Kreide auf einer Tafel z. B. eine Gänsehaut verursacht.

Professor v. d. Dunkel, Rheinland-Pfalz

Die hohen Frequenzen, die dabei entstehen, sind schädlich für das menschliche Ohr. Das körperliche Unbehagen ist also eine Schutzreaktion des Körpers.

Manuel Grethen, Trier gret4401(at)uni-trier.de

Gewisse Töne können den Menschen schon ein Schauer über den Rücken laufen lassen. Kieselsteine in einem Blecheimer ist was Feines.

Hans aus Kiselhausen wwweinneuerton(at)ichkomme schon.de

Weil das Knistern bei den Leuten Nervosität auslöst!

Florian Rieder, Dorfen flo(at)5th-studios.de

Ich glaube, das hat den gleichen Grund wie "Mit-den-Fingernägeln-die-Tafel-zerkratzt" und zwar soll das uralter Natur sein. Als wir noch alle Affen waren (nach Charles Darwin), nutzen wir das grelle Kreischen, um unsere Affenfreunde vor Gefahr zu warnen.

Louie, im Dschungel Louie(at)Affenbande.dg

Ich bin Styropor-Fan. Ich kriege einen Ohr-gasmus, wenn ich andere styroporlen höre.

S.T.Y. Ropor

Ein Unbehagen wenn man mit Styropor hantiert? Zum ersten Mal, dass ich das höre! Ich kenne niemanden der mit Styropor Probleme hat. Muss wohl eine Einbildung des Fragestellers sein!

B. v. Eckardstein, München eckardstein(at)hotmail.com

Wegen des entstehenden Geräusches oder zumindest der Vorahnung dessen. Erinnert an Schreie der Makaken bei drohender Gefahr (böses wildes Tier o. a.), eine Art Warnsystem für den frühen Menschen.

Natalia Kippert, Khabarovsk saranatalia(at)web.de

Wegen des entstehenden Geräusches oder zumindest der Vorahnung dessen. Erinnert an Schreie der Makaken bei drohender Gefahr (böses wildes Tier o. a.), eine Art Warnsystem für den frühen Menschen.

Natalia Kippert, Khabarovsk saranatalia(at)web.de

Wie bei der guten alten Kreide an der Tafel. Es quiekt, ja kreischt fast in unerträglichen phonetischen Frequenzen, welche scheinbar unser Hirn nicht mehr verarbeiten kann. Vermutlich dringen die Töne direkt ins Nervensystem und unser Körper wehrt sich, indem er den Befehl gibt: Ohren abdichten, ansonsten schüttel ich mich solange, bis das Martyrium ein Ende nimmt. Aber warum die Nerven so reagieren, Hm, gute Frage!

Donald Rumsfeld. Washington D.C., USA

Weil das Geräusch, das dabei entsteht, dem "Warn-Geschrei" von Affen gleicht (z.B., wenn ein Fressfeind in ihr Territorium eindringt). Vor ein paar 100.000 Jahren war das für die Vorfahren des Menschen ein Signal, die Flucht anzutreten und sich zu verstecken. So haben auch heute noch viele Menschen das Bedürfnis wegzurennen, wenn sie ein Geräusch dieser Art hören. Ein uralter Fluchtinstinkt also.

Florian, NRW

Sehr gute Frage! Meine Freundin ist allergisch gegen Styroporgeräusche.

Stefan, Köln stefan.haeusler(at)online.de

Ich möchte den Fragesteller gerne einmal zu mir in mein Styropor-Haus einladen. Ich bin nämlich Styropor-Freak. - Ich schlafe in einem Styroporbett, sitze auf Styropor-Stühlen und trage Styropor-Kleidung. Ich finde Styropor total aufregend. Manchmal bade ich sogar ganz behaglich in einem Hartschaumbad. Das klingt härter, als es in Wirklichkeit ist. - Nur essen tu ich das Zeug nicht.

Styro Purzel www.styropor,de

Die Wahrnehmung des Menschen sieht Geräusche vor, die mit ihrer Entstehung bei einer ihm bekannten Tätigkeit vorkommen wie hämmern, sägen, bohren u. ä. Das nervige Gequietsche eines weichen Materials bei Veränderung seiner Form widerspricht allen Erfahrungen eines empfindlichen Ohres und ist somit dem Menschen zuwider.

Bernd Hübler, Wissen owie(at)huebler-wissen.de

Das ist ein geprägter Urinstinkt. In der Steinzeit war das beißen auf Styropor ein Ritual der Säbelzahntiger bevor sie an das Menschenverputzen gingen.

Al, S. aus Schöneck alsimmons(at)gmx.de

Weil das Styropor in hohen, ungewohnten Frequenzen quietscht. Man kann diese Leute übrigens auch prima mit anderen hohen ungewohnten Frequenzen ärgern. Indem man zum Beispiel mit den Fingernägeln über eine Schultafel kratzt. skriiiiietsch...

Astrid Zeitz-Fehse, bonn zeitz-fehse (at) iza.org

Davon hatte ich noch nicht gehört... Ich kannte bisher nur quietschende Schultafeln und Luftballons sowie Sinustöne aus dem Lautsprecher. Da meine Freundin für solche Gemeinheiten empfänglich ist, könnte ich mal im Keller gucken gehen ob ich vielleicht... ;-) ...hat nicht geklappt! Gruß aus Köln

OliKoeln olikoeln.de

Etymologisch: Styropor = stur durch Poren. Deshalb.

A. Jadot, Dipl. Franz., zu Charlottenburg cafelit(at)tu-berlin.de

Bei mir ist es genau umgekehrt: Ich empfinde höchstes Behagen auf so genannten Hartschaumpartys. Dort wird ohne Unterlass hantiert, bis die Teilnehmer quietschen vor Vergnügen!

Hardcore-Styx

hard(at)core.com

Weil man sich dabei vorstellt, wie eklig es ist, dieses Geräusch mit den Händen/Fingernägeln selbst zu erzeugen. Ähnelt also dem Quietschende-Kreide-auf-Tafel-Syndrom.

Andi, Koblenz