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Hygiene in der Waschmaschine: Keime überleben bei Niedrigtemperaturen

Porentief rein soll die Wäsche sein. Sauber wird sie vielleicht, aber keimfrei? Bei niedrigen Temperaturen ist das nicht zu erreichen. Manche Krankheitserreger überleben im lauwarmem Wasser - und können auf andere Kleidungsstücke übertragen werden.

Gereinigt, aber nicht frei von Keimen: Manche Krankheitserreger überstehen die Prozedur in der Waschmaschine

Gereinigt, aber nicht frei von Keimen: Manche Krankheitserreger überstehen die Prozedur in der Waschmaschine

Statt Wäsche zu kochen, wie es früher üblich war, werden Jeans oder Bettwäsche heute gerne im Schongang gereinigt, bei 30 oder 40 Grad. Das ist gut für die Umwelt, hat der Verbraucher gelernt, spart Energie und Ressourcen. Doch es hat auch einen Haken: Bei den niedrigen Temperaturen werden Keime nicht abgetötet. Das kann bei manchen Erkrankungen problematisch sein.

Die Waschmaschine als Keimschleuder? Eine eher unappetitliche Vorstellung. Aber nicht unrealistisch: Manche Erreger, etwa Noroviren, halten sich äußert hartnäckig in der Waschtrommel. Vielleicht ist das ein Grund dafür, dass sich Durchfallerkrankungen, die dieser Virus auslöst, so weit verbreiten können. Das Robert-Koch-Institut in Berlin forderte die Hohenstein Institute in Bönnigheim dazu auf, einen Test zu entwickeln, der anzeigen soll, wie viele Viren einen Waschvorgang überstehen. Im Juni haben die Forscher ein entsprechendes Verfahren vorgestellt. Es ist zunächst für industrielle Wäschereien gedacht, die Textilien aus Krankenhäusern und Pflegeheimen desinfizieren. Mitte Juli veröffentlicht das Institut einen entsprechenden Leitfaden für die Reinigung dieser Stoffe.

Denn auch bei anderen Infektionen steht das Wäschewaschen im Verdacht, die Verbreitung voranzutreiben: Multiresistente Keime etwa - Bakterien, die gegen handelsübliche Antibiotika widerstandsfähig geworden sind - breiten sich außerhalb von Kliniken immer weiter aus. Sie werden mitunter über die Kleidung in Altersheime und Privathaushalte getragen, vermutet der Mikrobiologe Helmut Mucha von den Hohenstein Instituten in Bönnigheim. Welche Bedeutung das Waschen im Vergleich zu anderen Übertragungswegen genau hat, sei jedoch noch unklar.

Studie zeigt: Bei 30 Grad sinkt die Zahl der Mikroben kaum

Eines Tages würde man solche Testverfahren sicher auch bei der Entwicklung von Haushaltswaschmitteln einsetzen, sagt Mucha. "Die Hersteller wollen die Hygiene im Haushalt besser in den Griff bekommen - auch weil wir künftig mehr ältere Menschen haben werden." Verschiedene Studien belegen, dass bei 30 Grad Celsius die Zahl der Mikroben kaum sinkt, falls ein handelsübliches bleichmittelfreies Pulver benutzt wird. Selbst bei 40 Grad Celsius richtet man mit einem solchen Mittel nicht viel aus. So stellte Paul Terpstra von der holländischen Universität Wageningen fest, dass Staphylococcus aureus, das unter anderem Hautinfektionen verursachen kann, und Enterobakterien, die den Darm befallen, das milde Bad mühelos überstehen.

Besonders viele Keime tummelten sich in gewaschenen Windeln und Geschirrtüchern, während Socken und Stofftaschentücher im Vergleich dazu reiner waren. Besonders bedenklich: Die Mikroorganismen können sich im Restwasser der leeren Maschine vermehren und bei der nächsten Nutzung auf die Wäsche übertragen werden. Nach einem Gang bei 60 Grad Celsius hängen immerhin zehn- bis hundertmal weniger Keime in der Wäsche als bei 40 Grad, wie Terpstra herausfand. Dennoch blieben die Textilien auch bei diesen Programmen kontaminiert, hält er fest.

Bleichmittel tötet Keime

Dagegen wurden nahezu alle Keime abgetötet, wenn er Bleichmittel zugab oder ein bleichmittelhaltiges Waschpulver benutzte. Je heißer die Lauge, desto besser wirken die Chemikalien. Bestimmte Hersteller arbeiten bereits an der Entwicklung von Bleichmitteln, die schon bei niedrigen Temperaturen maximal wirksam sind.

Experimente der Technischen Universität München untermauern Terpstras Befunde. Auch dort verschwanden die meisten Keime aus den Textilien, nachdem sie bei 60 Grad Celsius mit bleichmittelhaltigen Reinigern behandelt worden waren. Allerdings erwiesen sich zwei Erreger als besonders widerstandsfähig: der Darmpilz Candida albicans und der Schimmelpilz Aspergillus niger, der Asthma verstärken kann.

Putz- und Spültücher sowie Unterwäsche immer bei 60 Grad waschen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung forderte Verbraucher bereits 2005 dazu auf, mit Mikroben belastete Textilien wie Putz- und Spültücher sowie Unterwäsche stets bei 60 Grad Celsius zu waschen und ein bleichmittelhaltiges Waschpulver zu benutzen. Der Kochwaschgang sei dagegen im Allgemeinen nicht erforderlich. Doch nur etwa ein Drittel der Menschen befolgt diesen Rat, fand das französische Forschungszentrum Institut Pasteur heraus. Denn auf dem Etikett von türkisfarbenen Höschen oder bunten Socken und T-Shirts steht, dass diese Kleidungsstücke oft nur bei 30 Grad Celsius und erst recht ohne Bleichmittel gewaschen werden sollen, sonst verblassen die Farben. Der Verbraucher kann also wählen zwischen einer schnelleren Abnutzung seiner Kleidung oder mikrobenreicher Unterwäsche.

Die Industrie und einzelne Ärzte propagieren den Einsatz von separaten Hygienespülern, da sich damit beispielsweise Scheidenpilze in Slips bei 30 Grad Celsius abtöten ließen. Thomas Hauer vom Freiburger Beratungszentrum für Hygiene des Universitätsklinikums Freiburg rät hingegen von solchen Mitteln ab: "Das ist übertrieben. Die Gefahr, sich anzustecken, ist in der Regel extrem gering."

Manche Experten handhaben das pragmatisch: Wenn alle Familienmitglieder gesund sind, reiche eine Wäsche bei 40 Grad Celsius aus. Erkrankt eine Person, zum Beispiel an einer Grippe oder einem Fußpilz, sollten ihre Kleidungsstücke jedoch gesondert mit einem Vollwaschmittel bei 60 Grad in die Trommel gegeben werden. Wichtig sei auch, die Klappe und Schublade nach dem Waschgang zu öffnen, damit das Restwasser verdunsten kann. Außerdem empfiehlt es sich, die Reinigungsschublade regelmäßig zu säubern und hin und wieder die Maschine bei hoher Temperatur mit einem bleichmittelhaltigen Waschmittel leer laufen lassen, um Keime im Restwasser zu beseitigen.

Susanne Donner/ DDP / DDP
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.