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Dieser Gegenstand ist eine optische Täuschung

Beim Bundeswettbewerb Jugend forscht präsentieren die Jugendlichen spektakuläre Erfindungen und anspruchsvolle Wissenschaft. Ein 18-Jähriger erzählt, was ihn antreibt.

Von Martin Scheufens

Die Person – Tobias Gerbracht – ist real. Der Gegenstand, den er hält, aber nicht: Es ist eine Holografie.

Die Person – Tobias Gerbracht – ist real. Der Gegenstand, den er hält, aber nicht: Es ist eine Holografie, die ein Beamer in die Luft projiziert.  

Wie von Geisterhand schwebt eine Zange im Raum. Über einen Knopf lässt sie sich drehen und bewegen, vergrößern und verkleinern. Doch will man nach ihr greifen, fasst man ins Leere: Denn sie ist nur eine Illusion.

Mit seinem Hologramm-Projektor hat Tobias Gerbracht, 18 Jahre, beim diesjährigen "Jugend forscht"-Wettbewerb für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Sein Gerät ähnelt einem Tageslichtprojektor, doch statt Bilder an die Wand zu werfen, lässt es Gegenstände scheinbar schweben. Ein starker Beamer und viele Spiegel projizieren das Hologramm in die Luft.

Inspiration war für Gerbracht das Kino. "Ich liebe die Technik in futuristischen Filmen. Mich fasziniert, was davon heute schon machbar ist, und das wollte ich Wirklichkeit werden lassen."

Holografien sind Alltag in vielen Science-Fiction-Filmen, doch in der Realität funktionieren sie nur in abgedunkelten Räumen. Gerbrachts Projektor arbeitet auch bei Tageslicht.  Dafür gewann er den Hauptpreis in der Kategorie Arbeitswelt.

Von der Wissenschaft von Wasserfontänen bis zur Herstellung von Rubinen

Der Schüler aus Wuppertal hat mit mehreren Firmen zusammengearbeitet. Trotzdem hat er jedes Detail selbst entwickelt, selbst das Logo hat er entworfen. Nun hat er ein Patent auf den Projektor angemeldet. Als nächstes möchte er eine Firma aufbauen, um das Gerät zu verkaufen. "So ein Projekt schenkt Selbstvertrauen", sagt er. "Man lernt, was man hinkriegen kann, wenn man es möchte."

Insgesamt 191 Jugendliche haben am Wochenende in Paderborn am Bundeswettbewerb Jugend forscht teilgenommen. Im Heinz Nixdorf Museumsforum, dem größten Computermuseum der Welt,  haben sie 110 Projekte präsentiert, die Themen reichten von der Verbesserung von Defibrillatoren über die Wissenschaft von Wasserfontänen bis zur Herstellung von Rubinen. Zum 51. Mal fand der Wettbewerb statt, den stern-Gründer Henri Nannen 1965 in seinem Magazin ins Leben rief. Seitdem ist der stern ein Partner des Wettbewerbs.

Mehr über den Wettbewerb lesen Sie im nächsten stern.

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