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Psychologie-Studie: Rechts-Wähler sind besonders schreckhaft

Mehr Militärausgaben, striktere Zuwanderungsgesetze, Todesstrafe: Menschen, die solche Positionen vertreten, sind leichter zu ängstigen. Linkswähler reagieren dagegen in Schocksituationen gelassener, haben US-Psychologen herausgefunden.

Wer heftig auf schockierende Bilder und laute Geräusche reagiert, ist überdurchschnittlich häufig Befürworter von Waffenbesitz, der Todesstrafe und Anhänger einer restriktiven Einwanderungspolitik, haben Psychologen aus den USA ermittelt. Auf Schreckreize eher gelassen reagierende Zeitgenossen sind hingegen häufiger Pazifisten und sprechen sich für mehr Entwicklungshilfe aus. Die politische Orientierung scheint damit nicht nur von persönlichen Erfahrungen abhängig zu sein, sondern könnte auch mit bestimmten physiologischen Reaktionen einhergehen. Die Forscher um Douglas Oxley von der Universität von Nebraska in Lincoln stellen ihre Ergebnisse im Fachmagazin "Science" vor.

Oxley und seine Kollegen wählten zufällig 1310 US-Bürger aus Lincoln im Bundesstaat Nebraska aus und stellten diesen allgemeine Fragen zu ihren politischen Einstellungen. Zur weiteren Untersuchung luden die Forscher nur die Befragten ein, die die extremsten Antworten gegeben hatten. 46 Freiwillige machten bei der umfassenderen Befragung Angaben über ihre Ansichten zu politischen Themen wie Entwicklungshilfe, Zuwanderungsgesetze und die Reglementierung von Waffenbesitz.

Schockfoto mit Spinne

Zwei Monate nach dieser Befragung zeigten die Wissenschaftler den Teilnehmern Fotos. Unter 33 Motiven mit alltäglichen Szenen waren drei gemischt, die die Probanden erschrecken sollten. Die Fotos zeigten eine Spinne auf dem Gesicht eines verängstigten Menschen, einen Verletzten mit blutigem Gesicht und Maden in einer offenen Wunde. Dabei erfassten die Forscher die Veränderung der Hautleitfähigkeit, die wie bei einem Lügendetektortest die physiologische Erregung der Probanden wiedergeben sollte. Während der Fotopräsentation hörten die Versuchspersonen von Zeit zu Zeit laute, überraschend auftretende Geräusche. Gleichzeitig beobachteten die Forscher die Aktivität der Augenmuskulatur der Probanden, die ein wichtiger Anhaltspunkt für die Stärke eines Schreckreizes ist.

Die Probanden, die am stärksten auf die Schreckreize reagierten, hatten sich in der Befragung eher für mehr Militärausgaben, mehr Rechte für Ermittler bei Durchsuchungen und die Todesstrafe ausgesprochen. Sie traten häufiger für Gehorsam und für Patriotismus ein, befürworteten den Irakkrieg und das Beten in der Schule, waren Gegner der Reglementierung von Waffenbesitz und der Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern. Wenig schreckhafte Testpersonen hingegen neigten den typischen Ansichten der Linken zu, etwa dem Pazifismus, einer liberalen Einwanderungspolitik, dem Recht auf Abtreibung und der Homosexuellen-Ehe.

DDP/AFP