Studie Haben Jungen mehr Talent für Mathe?


Ob Frauen von Natur aus schlechter in Mathematik sind, ist seit langem eine Streitfrage unter Wissenschaftlern. Eine neue US-Studie kommt zum Ergebnis, dass es für unterschiedliche Leistungen keine biologische Ursache gibt.

In den USA schneiden Mädchen im Schulfach Mathematik in allen Altersstufen genauso gut ab wie die Jungen. Auch in der Gruppe der mathematisch Hochbegabten, bei denen Männer immer vorherrschend waren, holen die Frauen zahlenmäßig auf. Diese Beobachtungen haben zwei amerikanische Wissenschaftlerinnen in der Fachzeitschrift "PNAS" veröffentlicht.

Bei ihren Untersuchungen gingen die Forscherinnen der Universität Wisconsin unter anderem der Frage nach, ob es geschlechtsspezifische Unterschiede in den mathematischen Fähigkeiten gibt. Außerdem analysierten sie die Frauenquote in der Gruppe der mathematisch Hochbegabten.

Noch vor zwei Jahrzehnten hätten Jungen in den Mathe-Tests besser abgeschnitten als ihre weiblichen Mitstreiter. Die Wissenschaftlerinnen schieben dies darauf, dass die Mädchen damals weniger Mathematikkurse in der Schule besuchten und somit weniger gefördert wurden. Heutzutage variiere die mathematische Ausbildung nicht mehr nach dem Geschlecht und Mädchen und Jungen belegen ähnlich viele Kurse. So seien auch in der Leistung keine Unterschiede mehr festzustellen, berichten die Forscherinnen.

Anders bei den Mathematik-Genies: Unter denjenigen, die besser als 99 Prozent der Bevölkerung rechnen können, seien in den USA auch heute noch mehr Männer als Frauen. Dies sei allerdings nicht in allen untersuchten ethnischen Gruppen und Ländern der Fall. Bei den amerikanischen Asiaten zum Beispiel schnitten die Frauen besser ab. In Ländern wie Thailand und Großbritannien befinden sich in der Mathe-Spitzengruppe mindestens genauso viele Mädchen wie Jungen.

Die beiden Forscherinnen vermuten, dass die Frauen demnächst die Männer auch in der Gruppe der hochbegabten Mathematiker einholen werden.

DDP DDP

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