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Aaron Ciechanover: Pionier in der Proteinforschung

Der Chemie-Nobelpreis 2004 wurde für die Erforschung lebenswichtiger Abbauprozesse von Eiweiß in den Zellen verliehen. Einer der Preisträger: der Israeli Aaron Ciechanover, ein "charismatischer, unkonventioneller Denker".

Der israelische Wissenschaftler Aaron Ciechanover gilt als ein Pionier in der Proteinforschung. Seit Jahrzehnten arbeitet der vielfach ausgezeichnete 57-Jährige zu diesem Thema. Häufig forschte er gemeinsam mit seinem Institutskollegen Avram Hershko vom Israel Institute of Technology (Technion) in Haifa. Oft wirkte an Fachpublikationen auch der US-Forscher Irwin Rose mit. Nun wurden alle drei Wissenschaftler mit dem Chemie-Nobelpreis für ihre Erkenntnisse zum lebenswichtigen Eiweißabbau im Körper ausgezeichnet.

"Gewaltige Anerkennung für Israel"

"Ich bin noch total außer mir. Gut, dass die Akademie mich vorher angerufen hat. So konnte ich mich wenigstens ein bisschen beruhigen", sagte Ciechanover in einem für Journalisten zugänglichen Telefonat mit der Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Der Nobelpreis sei eine gewaltige Anerkennung für Israel: "Dies ist der erste wissenschaftliche Nobelpreis für unser Land überhaupt. Israel ist ein Land mit sehr großen Problemen." Er sei stolz, ein Israeli zu sein.

Ciechanover und Hershko seien charismatische, unkonventionelle Denker und hervorragende Biochemiker, betonte Frauke Melchior, Arbeitsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München. Ciechanover wurde 1947 in Haifa geboren. In seiner Heimatstadt ist er Professor am Technion. Im Jahr 2000 erhielten Ciechanover und Hershko bereits den renommierten Albert-Lasker-Preis für Grundlagenforschung.

DPA / DPA