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Archäologie: Läuse verraten Beginn des Textilzeitalters

Durch Erbgutanalysen bei Läusen haben Leipziger Anthropologen herausgefunden, seit wann Menschen Kleidung tragen.

Durch Erbgutanalysen bei Läusen haben Leipziger Anthropologen herausgefunden, seit wann Menschen Kleidung tragen. Demnach hüllten sich unsere Vorfahren erst vor etwa 110.000 bis 30.000 Jahren in Gewänder, wie das Team um Mark Stoneking vom Max- Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie im Fachjournal "Current Biology" vom Dienstag berichtet. Damit sei die Kleidung eine überraschend junge Erfindung. Die Forscher stützen ihre Erkenntnisse auf Unterschiede im Erbgut von Kopf- und Körperläusen. Die Differenzen zeigen, wann sich diese beiden Varianten getrennt haben.

Bislang keine archäologischen Beweise für diese Evolutionsetappe

Im Gegensatz zur Kopflaus leben und vermehren sich Körperläuse in der Kleidung. Die genetische Differenzierung von Kopf- und Körperläusen fällt nach Angaben der Forscher daher in die Zeit, in der die Menschen damit anfingen, ihre Körper zunehmend zu verhüllen. Für diese Evolutionsetappe habe es bislang keine direkten archäologischen Beweise gegeben. Bekleidung könnte eine Voraussetzung dafür gewesen sein, dass Menschen auch höhere Breitegrade besiedelten.

Auch Mensch- und Affenlaus trennten sich evolutionär

Die Forscher hatten ihre zeitliche Messlatte mit Hilfe von entzifferten Erbgutstückchen einer Affenlaus aufgestellt. Sie gingen davon aus, dass sich Menschen und Affen und daher auch ihre jeweiligen Läuse vor 5,5 Millionen Jahren genetisch voneinander trennten.

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