HOME

Artenschutz-Drama auf den Philippinen: Seltenster Hai der Welt endet in Kokosmilch

Nur wenig wissen wir bislang über den Riesenmaulhai. Die erst vor gut 30 Jahren entdeckte Art ist so selten, dass jede Sichtung einzeln gezählt wird. Nun ging philippinischen Fischern Nummer 41 ins Netz - und landete auf dem Teller.

Die Fischer der Küstenstadt Donsol schlachteten den Riesenmaulhai entgegen dem Rat von Naturschützern und brieten ihn in Kokosmilch - "Kinunot" nennt sich die diese lokale Spezialität.

Riesenmaulhaie (Megachasma pelagios) sind derart selten, dass jede Sichtung nummeriert wird. Erst 1976 wurde die Hai-Art überhaupt entdeckt. Über die Lebensweise der Tiere war kaum etwas bekannt, bis es Wissenschaftlern im Jahr 1990 gelang, Nummer 6 für zwei Tage mit einem Sender auszustatten. Dabei zeigte sich, dass der Hai den Tag in bis zu drei Kilometern Tiefe verbrachte und nur nachts nahe an die Oberfläche kam, um dort Plankton, kleinen Fische und Quallen zu fressen. Der Hai gehört zu den nur drei Hai-Arten, die sich von aus dem Wasser gefilterten Kleinstlebewesen ernähren.

Nummer 41 war etwa vier Meter lang und wog rund 500 Kilogramm, wie der WWF berichtet. Verletzungen im Kopfbereich des Tieres zeugen davon, dass es mit aller Kraft versuchte, sich aus dem Fischernetz zu befeien. Eigentlich waren die Fischer vor der Insel Luzon auf der Jagd nach Makrelen.

Ausgerechnet Donsol hat Weltruhm für die Bemühungen um den Schutz der Meere erlangt, nachdem Tierschützer die Dorfbewohner von der Jagd auf die riesigen Walhaie in der Region abbrachten. Seither bezeichnet sich Donsol selbst als die "Walhai-Hauptstadt der Welt".

AFP/bub