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Artensterben: Das Sterben der Frösche

Ob Frösche, Kröten und Salamander – weltweit verschwinden dramatisch viele Amphibienarten, aus rästelhaften Gründen.

Eine im Jahr 2001 gestartete Studie des Global Amphibian Assessment kommt zu dramatischen Ergebnissen: Von 5743 beboachteten Amphibien-Arten sind 1856 weltweit gefährdet, 2468 am Aussterben, 435 unmittelbar vom Aussterben bedroht und 129 Arten seit 1980 sehr wahrscheinlich schon ausgestorben. Die Gründe sind unbekannt. Angenommen werden Überbewirtschaftung von Ackerflächen und Zerstörung der natürlichen Lebensräume.

Sogar in Schutzgebieten wurde Aussterben beobachtet. Diesen weltweiten Überblick mit Daten von mehr als 500 Forscher aus über 60 Ländern präsentiert die Online-Ausgabe des US-Fachblattes "Science" (10.1126/science.1103538). Besonders gefährdet sind beispielsweise Magenbrüterfrösche und Pfeiffrösche.

Für keine andere Tiergruppe ist die Situation so dramatisch wie für die Amphibien. Das Aussterben der Amphibien übertreffe das von Vögeln und Säugern, berichtet das Team um Simon Stuart von der Weltnaturschutzunion (IUCN) in Washington. Bei den Amphibien seien 7 Prozent aller Arten kritisch bedroht. Bei Säugern seien es knapp 4, bei Vögeln knapp 2 Prozent der bekannten Arten.

Amerika und Australien besonders betroffen

Gerade für die rätselhaft verschwindenden Arten gebe es bislang keine Schutzmöglichkeit. Selbst die Zucht in Gefangenschaft sei häufig schwierig.

Das bislang rätselhafte Amphibien-Sterben dominiere in Süd- und Mittelamerika sowie in Australien, schreiben die Wissenschaftler. Dieses Phänomen betreffe 207, und damit fast die Hälfte, aller am stärksten bedrohten Arten. Derzeit breite sich das mysteriöse Aussterben auf Peru und Chile, die Dominikanische Republik, Tansania und Spanien aus. Gerade das dieses Artensterben verlaufe besonders schnell.

Von den am stärksten bedrohten 435 Arten verschwinden 50 auf Grund extremer Naturausbeutung. Diese leben der Studie zufolge vor allem in Ost- und Südost-Asien. Die Zerstörung der Lebensräume bedrohe aber auch zahlreiche Arten in der Karibik, Südost-Asien und Westafrika sehr stark.

DPA

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