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In Berliner Freibad: Förster erschießt Fuchs vor Badegästen - Tierfreunde empört

Eigentlich wollten die Gäste des Prinzenbades in Berlin-Kreuzberg den Beginn der Freibadsaison genießen. Doch dann spielte sich am Rand des Bades ein Drama ab, bei dem ein zahmer Fuchs erschossen wurde.

Der Fuchs im Prinzenbad wurde verletzt in einem Gebüsch gefunden und wenig später erschossen

Der Fuchs im Prinzenbad lag verletzt in einem Gebüsch am Sportbecken

Er lebte seit Jahren im Prinzenbad in Berlin-Kreuzberg und ließ sich sogar streicheln. Doch nun ist der "Fuchsi" genannte Fuchs tot - erschossen vor den Augen der Badegäste am ersten Tag der Freibad-Saison. Laut übereinstimmenden Medienberichten lag der Fuchs apathisch und dehydriert im Gebüsch nahe des Sportbeckens. Ein Badegast alarmierte laut "B.Z." die Tierrettung, doch die Polizei war laut "Bild" schneller vor Ort und rief einen Förster hinzu. Der kam zu dem Schluss, dass das Tier wohl nicht mehr zu retten ist - und erlöste es von seinen Schmerzen. Vor den Augen der - teils sehr jungen - Badegäste soll er "Fuchsi" erschossen haben. "Seine Vorderpfoten waren vermutlich gebrochen. Der Förster sah kaum eine Überlebenschance", zitieren "Bild" und "B.Z." übereinstimmend einen Polizeisprecher.

Gnadenschuss für Fuchs empört Berlin

Trotzdem waren einige Badegäste wohl ziemlich geschockt vom Gnadenschuss für "Fuchsi". "Als ich eintraf, kamen mir draußen schon Badegäste mit Tränen in den Augen barfuß aus dem Freibad entgegen", sagte Roland Rackow von der Berliner Tierrettung der "B.Z.". Die Zeitung berichtet auch, dass einige Badegäste ihr Eintrittsgeld zurückverlangt hätten, weil ihre Kinder nun Albträume bekämen.

In sozialen Netzwerken ist eine Diskussion ausgebrochen, ob die Erschießung des Fuchses bei laufendem Badebetrieb richtig war oder nicht. "Unglaublich!!! Alles, was in menschliche Nähe kommt, wird inzwischen erschossen", schreibt Michael Bergmann auf Twitter. Damit spielt er wohl auf die Erschiessung des Wolfes "Kurti" in Niedersachsen an.

Landesforstamt Berlin rechtfertigt Gnadenschuss

Auf Facebook postete Maxie Schneider ein Foto des Fuchses, über den sich ein Polizist beugt. "R.I.P kleiner Fuchs" schrieb sie dazu. Eine Kommentatorin reagierte fassungslos auf die Nachricht, dass der Fuchs erschossen wurde. Differenzierter läuft die Diskussion im "Prinzenbad-Blog der "Taz". Dort kommentierte etwa User Filip: "Ja und? Bei uns gibt es täglich Wildunfälle und wenn ein Tier verletzt ist muss man es doch vom Schmerz erlösen." Andere können die Aufregung nicht verstehen und ziehen die Fleischindustrie als Vergleich heran, in der jährlich Hunderttausende Tiere getötet würden.

Bei der zuständigen Behörde hält man die Tötung von "Fuchsi" jedenfalls für angebracht. "Wenn Gefahr für die Öffentlichkeit besteht, ist das gesetzlich abgedeckt. Ist das Leid des Tieres zu groß, gelten Schüsse ebenfalls nicht als Jagd", sagte Marc Franusch vom Landesforstamt Berlin der "B.Z.". Ob sich die Tierfreunde von dieser Aussage wohl beruhigen lassen? 

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tkr