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Erschossener Wolf: Wurde Kurti in seiner Jugend von Menschen gefüttert?

Wolf Kurti ist tot. Er wurde erschossen, weil er immer wieder die Nähe zu Menschen gesucht hat. Nun gibt es eine Vermutung, warum das Raubtier sich so auffällig verhalten hat.

Wolf Kurti steht mit einem anderen Tier aus dem Munsteraner Rudel auf einem Feld am Waldrand

Wolf Kurti (l.) hatte sich immer wieder Menschen ungewöhnlich stark genähert. Nun musste er deswegen sterben

Ein zu wenig Scheu vor Menschen zeigender Wolf ist in Niedersachsen getötet worden. Das "Kurti" genannte Tier aus einem bei Munster lebenden Rudel sei am Mittwochabend abgeschossen worden, teilte das niedersächsische Umweltministerium in Hannover mit. Der Rüde ist der erste Wolf in Deutschland, der wegen Verhaltensauffälligkeiten in staatlichem Auftrag getötet wurde. Er hatte sich Menschen mehrfach bis auf wenige Meter genähert und soll zudem einen Hund gebissen haben.

Bei der "letalen Entnahme" seien Mitarbeiter des niedersächsischen Wolfsbüros von der Polizei unterstützt worden, sagte Umweltminister Stefan Wenzel am Donnerstag. Der Abschuss des Tiers sei mit dem neuen Wolfsberatungszentrum auf Bundesebene abgestimmt worden.

Mehrfach Menschen ungewöhnlich nahegekommen

In anderen europäischen Ländern wie Polen, Schweden oder der Schweiz hatte es demnach in der Vergangenheit bereits ähnliche Fälle gegeben. Der von den Behörden "MT 6" genannte Wolf war seit vergangenem Sommer mehrfach Menschen ungewöhnlich nahegekommen. Eine Vergrämungsaktion eines vom Land engagierten schwedischen Wolfsexperten hatte keinen langfristigen Erfolg.

Mitte Februar lief Kurti einer Frau mit Kinderwagen und Hund hinterher. Am Wochenende wurde im Landkreis Celle der angeleinte Hund einer Familie während eines Spazierganges von einem Wolf gebissen, der einen Sender trug. Das Ministerium machte Kurti verantwortlich, weil er einer von nur zwei mit Peilsendern ausgestatteten Wölfen in Niedersachsen ist.

Nicht mehr zu kalkulierendes Risiko

Zunächst war geplant, den Problemwolf in einem Gehege unterzubringen. Dies wurde aus Tierschutzgründen verworfen. Naturschützer äußerten in einer Reaktion Bedauern über den Tod des Wolfes, aber auch Verständnis für die Entscheidung. Das Tier habe aufgrund seines auffälligen Verhaltens ein nicht mehr zu kalkulierendes Risiko für Menschen dargestellt, teilten IFAW, Nabu und WWF mit. Kritisch beurteilten die Naturschützer, dass nicht ausreichend untersucht worden sei, was das auffällige Verhalten des Tieres auslöste.

Wolfsexperten vermuten, dass Kurti als Jungtier möglicherweise angefüttert wurde oder mit Menschen Kontakt hatte. Wenzel rief deshalb dazu auf, Lehren aus dem Schicksal des getöteten Wolfes zu ziehen. "Wir müssen alles tun, um eine Gewöhnung des Wolfes an den Menschen zu vermeiden." Das bedeute, die Tiere nicht zu füttern und keine Essensreste oder Jagdabfälle in der Natur liegenzulassen.

Wolf Kurti: Hoffen auf einen Einzelfall

Die anderen der etwa 70 Wölfe in Niedersachsen hätten eine natürliche Scheu vor Menschen, betonte der Minister. "Ich hoffe, dass es ein Einzelfall bleibt", sagte er. Er setze dabei auf die Unterstützung der Bevölkerung.

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tkr / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?