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Bienensterben: Imker fordern Pestizid-Verbot

Rund 20.000 Bienenvölker gingen im Südwesten Deutschlands laut Imkerbund am Pflanzenschutzmittel "Poncho" zugrunde. Die Imker fordern nun ein EU-weites Verbot aller bienengefährdenden Pestizide. "Poncho" darf derweil schon wieder verwendet werden.

Wenn der Bienenbestand zurückgeht, hat das weitaus größere Konsequenzen als höhere Honigpreise. Denn rund 80 Prozent aller Nutzpflanzen werden von Bienen bestäubt. Der volkswirtschaftliche Wert durch die Bestäubung der Bienen lieg laut Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) bei über vier Milliarden Euro."80 Prozent aller Nutzpflanzen werden von den Bienen bestäubt. Wenn die Bienen zurückgehen, dann ist das ein viel größerer Schaden für die gesamte Landwirtschaft als der Verzicht auf entsprechenden Einsatz bienengefährlicher Pestizide", sagt der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Das Bienensterben am Oberrhein soll durch das Pflanzenschutzmittel "Poncho" des Chemiekonzerns Bayer ausgelöst worden sein. Bayer hat einer Ausgleichzahlung von zwei Millionen Euro für die betroffenen Imker zugestimmt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hatte Mitte Mai die Zulassung verschiedener Pflanzenschutzmittel zur Behandlung von Mais und Raps außer Kraft gesetzt, Ende Juni die Zulassung bei Rapssaatgut aber wieder erteilt. Dies sei laut Weiger "wider besseren Wissens" geschehen und belege, dass die Absatzinteressen größer seien als die Kontrollen der Behörden.

Der Wirkstoff Clothianidin, der auch in dem Bayer-Produkt "Poncho" enthalten ist, wurde in Deutschland 2004 zugelassen. Bayer hat im vergangenen Jahr mit "Poncho" knapp 240 Millionen Euro umgesetzt.

Rund 20.000 Bienenvölker sind nach Angaben des Imkerbundes an dem Pflanzenschutzmittel zugrunde gegangen. Am 18. Juli wollen Imker in Braunschweig vor dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gegen die Wiederzulassung der Saatgutbehandlung mit Pestiziden demonstrieren.

Reuters / Reuters