HOME

Reifenspur durchzieht Gelände: Autofahrer beschädigt "Wandernde Felsen" im Tal des Todes

Die "Wandernden Felsen" im kalifornischen Death Valley gehören zu den spektakulärsten Naturwundern der Erde. Ihre Bewegungen hinterlassen rätselhafte Schleifspuren im Gelände. Nun sind neue Fährten hinzugekommen - zum Ärger von Naturliebhabern.

Death Valley

Ein Unbekannter hat im Death Valley Abdrücke mit seinem Auto hinterlassen

Ein Autofahrer hat das Naturwunder der "Wandernden Felsen" im kalifornischen Tal des Todes beschädigt. Abdrücke von Autoreifen durchziehen das Gelände im Death-Valley-Nationalpark, wie "Spiegel Online" berichtet. "Es ist extrem frustrierend, so etwas zu sehen", zitiert das "Las Vegas Review-Journal" Park-Managerin Abby Wines. Man werde der Sache nachgehen. Einen konkreten Plan, wie man die Spuren wieder beseitigen kann, gab es zunächst nicht.

Die teils mehrere Hundert Kilogramm schweren Brocken haben über Jahrzehnte Wissenschaftler verblüfft. Ab und zu bewegen sie sich wie von Zauberhand Hunderte Meter weit und hinterlassen eine Art Schleifspur hinter sich. Das Phänomen sorgte für eine Reihe von Spekulationen: Erdbeben, Algen, Tiere oder sogar Außerirdische wurden dafür verantwortlich gemacht.

"Ganz üble Menschen sind dort gewesen"

Erst im Herbst 2014 meldeten US-Forscher mit Hilfe moderner GPS-Technik des Rätsels Lösung: Wenn es regnet, gefriert in seltenen Fällen das Wasser auf dem Gelände, auf dem die Steine stehen. Wenn an sonnigen Tagen das Eis wieder schmilzt, entstehen kleine Schollen. Diese werden vom Wind über die dünne Eisfläche getrieben und können die Steine in Bewegung setzten. Für diesen Effekt genügen schon milde Brisen.

Der Fotograf Kurt Lawson hatte die Reifenabdrücke Mitte September diesen Jahres auf dem abgelegenen Gelände entdeckt und abgelichtet. "Ganz üble Menschen sind dort gewesen", schrieb Lawson in seinem Blog, in dem er die Fotos veröffentlichte. Die Unbekannten hätten zudem die Initialen "D.K." auf einen Felsen geschmiert.

Die "Wandernden Felsen" befinden sich in der sogenannten Racetrack Playa, einem ausgetrocknetem See im Nordwesten des US-amerikanischen Nationalparks. Um die Felsen zu besichtigen, nehmen jährlich zahlreiche Touristen eine anstrengende Fahrt zu dem nur schwer zugänglichen Gelände auf sich. Das Befahren und Betreten des Wüstenbodens ist aber strikt verboten.


amt / DPA
Themen in diesem Artikel