Dinosaurier Faulheit ließ Sauropoden groß werden


Sie waren die Couch Potatoes des Mesozoikums: Pflanzenfressende Dinosaurier waren so groß, weil sie sich wenig bewegten mussten, um Nahrung zu finden, vermutet ein US-Wissenschaftler. Zudem nutzten die Sauropoden ihre Energie einfach effizient.

Dinosaurier waren faule Tiere: Die Pflanzenfresser unter ihnen konnten so groß werden, weil sie sich wenig bewegen mussten, berichtet ein amerikanischer Forscher. Zudem konnten sie ihre Energie fünfmal effizienter umsetzen als heute lebende Landsäugetiere. Die Kombination dieser Faktoren mit einem breiten Nahrungsangebot ließ die Dinosaurier zu den größten Landtieren werden, die je auf der Erde gelebt haben. Nur einige Meeressäuger wie beispielsweise der Blauwal erreichen noch größere Körpermassen. Über seine Ergebnisse berichtet Brian McNab von der Universität von Florida Gainesville im Fachmagazin "PNAS".

Die Energie, die ein Tier im Verhältnis zu seiner Masse verbraucht, bestimmt seine maximale Größe, zeigt McNab in seiner neuen Studie. Wenn zwei Tiere gleichviel Energie zu sich nehmen, wird das Tier größer, das seine Energie effizienter verwertet. McNab hat dazu ein Modell entwickelt, das den Energieverbrauch von Dinosauriern mit jenem heute lebender Säugetiere und Reptilien vergleicht. Er verwendete dazu Daten aus einer Studie, in der der Energieumsatz freilebender Reptilien, Vögel und Säugetiere ermittelt wurde. Die Riesen verbrauchten nur rund ein Fünftel der Energie, die heute lebende Säugetiere derselben Masse verbrauchen, berichtet McNab. Sauropoden - vierbeinige pflanzenfressende Dinosaurier wie Brontosaurus - waren also vermutlich so groß, weil sie ihre Energie sehr effizient verwerten konnten.

Effiziente Energieverwertung

Dinosaurier scheinen zwar einen geringeren Energieumsatz gehabt zu haben als Säugetiere, aber dennoch einen höheren als die meisten heute lebende Reptilien. Im Verhältnis zur Körpergröße scheinen sie mehr als dreimal so viel Energie verbraucht zu haben als Eidechsen. Wenn Dinosaurier einen Energieumsatz gehabt hätten wie Eidechsen, wären sie vermutlich 330 Tonnen schwer gewesen, zeigt die Studie. Schätzungen zufolge wogen die schwersten Dinosaurier bis zu 100 Tonnen. Der Energieumsatz der Dinosaurier lag also zwischen demjenigen der meisten Reptilien und Säugetieren, schreibt der Forscher.

Das Fazit der Forscher: Ausgestorbene Giganten wie Brontosaurus haben ihre Masse vermutlich dem großen Nahrungsangebot und einer sehr effizienten Energieverwertung durch wenig Bewegung zu verdanken. Wie diese beiden Faktoren zusammenhängen, wird auch am Beispiel von Meeressäugern deutlich. Deren Energieumsatz ist rund zweimal so hoch wie der landlebender Säugetiere. Tiere wie Wale benötigen so viel Energie, um ihre Körpertemperatur konstant zu halten. Dass sie aber überhaupt so viel Energie zu sich nehmen können, ist wahrscheinlich auf das große Nahrungsangebot des Meeres zurückzuführen.

DDP DDP

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