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Edisons 75. Todestag: Mehr als der Vater der Glühbirne

Seine Kohlefaden-Glühlampe machte ihn weltberühmt. Doch Thomas Alva Edison war nicht nur ein genialer Erfinder: Er wollte mit Innovationen Geld verdienen - und legte so die Grundlagen für die moderne Forschung. Er starb am 18. Oktober 1931.

Der Name Thomas Alva Edison ist untrennbar mit der Glühbirne verbunden. Doch der amerikanische Erfinder meldete mehr als 1000 Patente an. Sein Kohlekörnermikrofon ermöglichte ein über längere Entfernung funktionierendes Telefon, Edisons Phonograph wurde später zum Plattenspieler weiterentwickelt. Eine seiner größten Leistungen blieb allerdings eher unbekannt: Mit seinen "Erfindungsfabriken" legte er Grundlagen für die moderne industrielle Forschung - ein Thema, auf das viele Unternehmen angesichts globaler Konkurrenz wieder verstärkt setzen. Der Todestag Edisons jährt sich am 18. Oktober zum 75. Mal.

Sein Labor war ein Paradies für Tüftler

Für Tüftler ist Edisons Entwicklungslabor in Menlo Park bei New York um das Jahr 1880 ein Paradies. Die Regale an der Wand des lang gezogenen Raums sind vollgestellt mit Chemikalien in Glasbehältern. An mehreren Holztischen können die Ingenieure und Mechaniker in Edisons Diensten ungestört forschen. Hier wird im Team gearbeitet. Das Labor gilt als erste industrielle Forschungs- und Entwicklungseinrichtung der Welt. "Erfindungsfabrik" nennt Edison es. "Wir können alles bauen - von einer Damenuhr bis zur Lokomotive." Edison wurde bald "Zauberer von Menlo Park" genannt.

Im 19. Jahrhundert entstand ein Großteil der Erfindungen in Fabriken und Werkstätten. Häufig probierten experimentierfreudige Produktionsmitarbeiter neue Verfahren oder Rohstoffe aus, bis ihnen eine Verbesserung gelang. Das Prinzip von Versuch-und-Irrtum führte zu manchen Erfindungen, aber auch unzähligen Fehlschlägen.

10.000 Mitarbeiter machten Erfindungen marktfähig

Edison hatte ehrgeizigere Ziele: Er wollte "alle zehn Tage eine kleine Sache, und alle sechs Monate irgendein großes Ding erfinden". Deshalb hat er die Erfindertätigkeit organisiert, sie zu einer systematischen Suche gemacht. Seine Mitarbeiter konnten sich auf die Forschung konzentrieren. In einem Ende der 1880er Jahre gebauten Labor in West Orange (US-Staat New Jersey) arbeiteten insgesamt 200 Chemiker, Ingenieure und Maschinisten - mit dem Ziel, so schnell wie möglich und mit geringen Kosten Erfindungen zu entwickeln. Um das Labor hatte Edison Fabriken bauen lassen. Auf dem Höhepunkt von Edisons Erfolg um 1919 und 1920 arbeiteten dort bis zu 10.000 Mitarbeiter; aus den Erfindungen wurden marktfähige Produkte.

Edisons Ansatz, mit Innovationen Geld zu verdienen, bleibt aktuell. Um im globalen Wettbewerb zu bestehen, setzen viele große Unternehmen wieder mehr auf die Forschung. Doch während Edison als unspezialisierter Autodidakt bahnbrechende Erfindungen am Fließband produzieren konnte, machen es die gesättigten Märkte heute selbst hoch qualifizierten Spezialisten schwer, Neues auf den Weg zu bringen.

Edisons Prinzip: Erfindungen sind Teamarbeit

Ein Prinzip Edisons gilt nach wie vor: Erfindungen sind Teamarbeit. "Die Ballung von Knowhow ist eine ganz entscheidende Voraussetzung für den Erfolg von Forschung", sagt der Hauptgeschäftsführer der Kölner Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke", Michael Maurer. Heute müssten die Erfinder aber nicht mehr wie in Menlo Park gemeinsam in einem Labor arbeiten. Vernetzung über die Grenzen von Unternehmen hinweg sowie die Zusammenarbeit mit externen Forschungseinrichtungen - wie etwa Hochschulinstituten - seien vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen ein Erfolg versprechender Weg.

Die erste Glühbirne hat Edison - entgegen der weit verbreiteten Annahme - nicht erfunden. Aber durch die 1879 entwickelte langlebige Kohlefaden-Glühlampe schuf er das erste elektrische Licht für den allgemeinen Gebrauch. Dafür ehrte ihn Amerika mit einer besonderen Geste: Am 21. Oktober 1931 erloschen im Gedenken an den Erfinder für eine Minute die Lichter - Edison war drei Tage zuvor im Alter von 84 Jahren gestorben.

Stefan Waschatz/DPA / DPA
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