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Erfolgloses Urknall-Experiment: Rekord-Kollision im Teilchenbeschleuniger fehlgeschlagen

Nach wochenlangen Vorbereitungsarbeiten haben die Forscher im größten Teilchenbeschleuniger der Welt mit Experimenten zur Simulation des Urknalls begonnen - zunächst allerdings erfolglos.

Nach wochenlangen Vorbereitungsarbeiten haben die Forscher im größten Teilchenbeschleuniger der Welt mit Experimenten zur Simulation des Urknalls begonnen - zunächst allerdings erfolglos. Am Dienstag wurden nach Angaben der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) im LHC bei Genf zunächst zwei Versuche unternommen, Atomteilchen mit bisher nie dagewesener Geschwindigkeit aufeinander prallen zu lassen. Diese seien aber fehlgeschlagen. Bei den Experimenten wurden zwei Protonenstrahlen nahezu mit Lichtgeschwindigkeit durch die ringförmige, unterirdische Röhre gejagt, sie stießen zunächst aber nicht zusammen.

Es habe bei den ersten Versuchen "kleine Probleme" gegeben, sagte der Leiter der CERN-Strahlen-Abteilung, Paul Collier. Im Laufe des Tages sollten jedoch weitere Versuche unternommen werden. Mit den Experimenten, die eineinhalb bis zwei Jahre dauern sollen, wollen die Forscher physikalische Bedingungen wie kurz nach dem Urknall herstellen. Sie sind jedoch äußerst kompliziert. Der CERN-Wissenschaftler Steve Myers hat sie im Vorfeld mit dem Versuch verglichen, zwei Nadeln durch den Atlantik zu schießen, die sich auf halbem Weg treffen sollen.

Der Teilchenbeschleuniger war nach mehr als einjährigen Reparaturarbeiten im November wieder angelaufen. Der milliardenteure LHC musste im September 2008 wegen schwerer Pannen kurz nach der Inbetriebnahme gleich wieder abgestellt werden. Beim Neustart lief der LHC zunächst nur mit gebremster Kraft an, seitdem werden Energie und Beschleunigung der Teilchen langsam erhöht.

AFP / AFP
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