HOME

Ersatzmutter: Fläschchen für den Tiger

Sie sind klein, knuddelig und fressen ihr buchstäblich aus der Hand: Tiger- und Löwenbabys, die Tierpflegerin Jeannette Wurms großzieht. Im stern.de-Interview erzählt sie über ihre außergewöhnliche Mensch-Tier-Familie.

Bei stern TV war zu sehen, dass Sarmoti viel öfter schreit als das Löwenbaby. Wie kommt das?
Er bekommt gerade seine Milchzähne, und das ist anstrengend und schmerzhaft, genau wie bei Menschenkindern. Aber er ist sowieso ein Schreihals, immer nur am meckern, typisch Mann eben, ich finde ihn aber trotzdem süß. Tiger machen aber auch von Natur aus mehr Laute als Löwen.

Ist es für Sarmoti möglich, nach der Aufzucht bei Ihnen zu seiner Mutter zurückzukehren?


Nein, er riecht nach Mensch, die Mutter würde nicht zögern, ihn tot zu beißen. Er gehört nicht mehr zu ihr, er ist ein Eindringling und hat da nichts mehr zu suchen. Das klingt hart, aber so ist es.

Was treibt ein Tigerbaby eigentlich den ganzen Tag so?
Das Gleiche wie alle Babys - viel trinken, viel schlafen, viel kuscheln. Die Mutter muss dem Tiger immer mit der Zunge das Fell und den Bauch massieren. Das Fell, damit es schön dicht wächst und den Bauch ... naja, die können halt noch nicht selbst machen: erst nach der Bauchmassage können sie abkoten und urinieren. Ich massiere Sarmoti mit einem feuchten Waschlappen und halte ihn dabei übers Waschbecken.

Ist das für Sie nicht etwas befremdlich?


Überhaupt nicht. Bei meinem Sohn habe ich ja auch die Windeln gewechselt.

In der Box, in der die beiden Raubkatzen bei Ihnen zuhause schlafen, liegen auch ein Stoffhase und ein Stoffbär - wieso das?


Als Ersatz für die Geschwister. Sarmoti kuschelt auch viel mit dem Hasen, den darf ich nicht aus der Box nehmen. Die Löwin läßt den Bären meist links liegen, sie kuschelt viel lieber mit Sarmoti.

Wie vertragen sich die beiden überhaupt?


Am ersten Tag, als die Löwin kam, war Sarmoti etwas durcheinander und hat schlecht gefressen. Am nächsten Tag, als ich sie zusammen in die Box gesetzt habe, hat sie ihn erstmal angefaucht, und als sie sich das erste Mal auf dem Teppich begegnet sind, sind sie voreinander weggelaufen. Inzwischen haben sie sich so aneinander gewöhnt, dass sie gar nicht mehr ohne einander können.

Wäre es prinzipiell möglich, die Löwin und den Tiger gemeinsam leben zu lassen?


Das ginge. Es gibt sogar Mischlinge aus diesen beiden Raubkatzenarten. Wir werden sie aber trennen, um sie artgerecht zu halten.

Sie werden sich eines Tages von Sarmoti und dem Löwenbaby trennen müssen ...
Ja, denn sie werden, wenn sie größer sind einfach zu gefährlich. Aber ich werde auch Kontakt mit ihnen halten, wenn sie ins Raubtierhaus umgezogen sind, wo eine große Box auf sie wartet - sie brauchen diesen Platz spätestens in einigen Wochen. Ich schätze, dass ich ungefähr ein halbes Jahr direkt mit ihnen Kontakt haben kann.

Sie sind Wildkatzen so nah wie sonst wohl kaum ein Mensch. Welche Art von emotionaler Verbindung baut sich auf? Ist sie vergleichbar mit dem Verhältnis Mensch-Hund?


Sie sind meine "Babys" und die Verbindung ist eine ganz besondere. Man kann sagen, dass ich diese Tiere liebe. Ich freue mich über jeden ihrer Entwicklungsschritte, lache, wenn sie tollpatschig sind, aber ich erziehe sie auch - wie eine Mutter eben. Wenn ein Mensch seinen Hund liebt, ja, dann kann man das sicher vergleichen.

Wie werden der Tiger und der Löwe in späteren Jahren auf Sie reagieren? Wird das Verhältnis immer ein Besonderes sein?


Das Verhältnis wird sicher ein ganz besonders bleiben. Ich denke auch, dass sie mich später noch erkennen werden. Wir hatten in den letzten Wochen Besuch von einem Tierpfleger aus Schweden, der damals Sarmotis Vater aufgezogen hat. Vier Jahre haben beide sich nicht gesehen. Der Tiger - unser Tjebben - hat seinen Ziehvater erkannt und mit einem freundlichen Schnauben begrüßt.

Kritiker werfen Parks wie dem Ihren vor, die Zucht von außergewöhnlichen Tieren diene allein dem Profit. Wie sehen Sie diesen Vorwurf?
Ich kann für den Hollywood- und Safaripark sagen, dass die Zucht der Raubkatzen mit Profitdenken am wenigsten zu tun hat. Ich weiß, dass der Bau der Anlagen, in denen diese Tiere artgerecht gehalten werden können, sehr, sehr viel Geld gekostet hat. Die Pflege unserer Raubkatzen ist sehr personalintensiv - es gibt hier insgesamt mehr als 40 Tiger und Löwen. Und die fressen zirka 1000 Kilo Fleisch pro Woche. Um ihre Frage zu beantworten: wenn wir Nachzuchten nicht behalten - aus Platzmangel oder weil es keine geeigneten Rudel oder Partner gibt, dann geht es darum, einen guten Platz zu finden - wo auch immer. Und ich bin überzeugt, dass jeder einzelne Cent, den wir für ein Tier bekommen, das uns verlassen muss, den Artgenossen, die bei uns bleiben, zu Gute kommt.

Sie möchten gerne eines Tages in Afrika leben - aber wie?
Das weiß ich nicht; ich war ja noch nicht dort. Aber eins ist sicher: ein Leben ohne Raubkatzen ist für mich unvorstellbar.

Sind aus Ihrer Sicht Tiere die besseren Menschen?


Das kommt ganz sicher darauf an, von welchen Menschen wir reden. Jeder, der ein Tier in seiner Obhut hat weiß, wenn er sich die Mühe macht, seine Sprache zu lernen: Tiere sind oft ehrlicher. Und vielleicht ist es auch vermessen, dass sich der Mensch gerne die "Krone der Schöpfung" nennt.

Das Interview führten Wiebke Steinberg und Lutz Kinkel
Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(