VG-Wort Pixel

Forscher rätseln über Ursachen Das mysteriöse Sterben der Seesterne

An der US-Küste werden seit einiger Zeit massenhaft tote Seesterne angeschwemmt. Die Tiere sind von einer mysteriösen Krankheit befallen, sie verlieren ihre Arme und sind nach wenigen Tagen tot.

Ein massenhaftes Seesternsterben vor der US-Westküste beunruhigt Wissenschaftler: Millionen der Tiere, die für das Ökosystem im Meer extrem wichtig sind, werden von einer Krankheit dahingerafft, die als "Sea Star Wasting Syndrome" bezeichnet wird.

Befallene Seesterne sind von weißen Wunden überzogen, die sich schnell über den ganzen Tierkörper ausbreiten. Die Krankheit führe oftmals dazu, dass die Arme abfallen und sich das Gewebe auflöst, innerhalb weniger Tage seien die Tiere eine "schleimige Masse" und tot, schreibt die University of California in Santa Cruz, die Informationen über das Seesternsterben zusammenträgt. Ein derartig großes Seestern-Massensterben sei zuvor noch nie beobachtet worden.

Durch was es genau ausgelöst wird, ist noch unklar. "Momentan gehen wir davon aus, dass ein Krankheitserreger - ein Parasit, ein Virus oder ein Bakterium - die Seesterne infiziert und ihr Immunsystem schädigt", sagt der Biologe Pete Raimondi von der University of California der Nachrichtenagentur AFP. Die Seesterne würden so anfälliger für andere Bakterien, die "eine weitere Infektion auslösen, die für den größten Teil des Schadens zuständig ist, den man sieht".

Ungewöhnlich viele Seesterne erholen sich

Zum ersten Mal beobachteten die Forscher im Juni 2013 das Massensterben. Vor allem die Art Pisaster ochraceus, ein orange- bzw. lilafarbener Seestern, der sich von Schnecken, Muscheln und anderen Krustentieren ernährt, wird von dem "Sea Star Wasting Syndrome" befallen - und das in vielen Gebieten entlang der US-Westküste von Alaska bis Kalifornien. Aber mindestens zehn weitere Seesternarten seien betroffen, heißt es in einer Mitteilung der Universität.

Für das ökologische Gleichgewicht und die Artenvielfalt ist das Massensterben schlecht: Da Seesterne sich bevorzugt von Muscheln ernähren, drohen diese in manchen Regionen überhand zu nehmen. Zudem fehlen anderen Jägern - etwa Meeresvögeln wie Möwen, aber auch Seeottern - die Seesterne als Nahrung.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Man habe relativ viele Seesterne gefunden, denen verlorene Arme wieder nachgewachsen seien, schreibt die University of California. Das Phänomen ist zwar bekannt, doch die Anzahl der Seesterne mit "neuen" Armen sei höher als angenommen und zeige, dass die Tiere sich von der heimtückischen Krankheit erholen könnten.

lea

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker