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Australien Killer-Seesterne bedrohen Great Barrier Reef


Sie haben bis zu 23 Arme, einen Riesenappetit und können wie Heuschrecken zu Hunderttausenden einfallen: Dornenkronen-Seesterne drohen große Teile des Great Barrier Reef in Australien zu zerstören.

Eine Invasion von Killer-Seesternen bedroht das Große Barrier-Korallenriff in Australien. Die sogenannten Dornenkronen fressen Korallen und lassen kahle Riffe zurück. Wenn nicht dringend Eindämmungsmaßnahmen ergriffen würden, werde das Riff in fünf bis zehn Jahren auf seiner ganzen Länge von 2300 Kilometern befallen, warnt der australische Korallenforscher Morgan Pratchett.

"Einen Dornenkronen-Ausbruch gibt es alle 14 bis 15 Jahre", sagte Pratchett am Freitag der Nachrichtenagentur DPA. "Normalerweise erholen sich die Riffe in der Zwischenzeit. Aber das funktioniert nicht mehr, weil sie durch viele andere Störungen geschwächt sind."

Dornenkronen sind Seesterne mit bis zu 23 Armen, die 30 Zentimeter Durchmesser erreichen können. Wenn das Ökosystem aus dem Gleichgewicht ist und ihre Feinde wie Riesenmuscheln und -schnecken dezimiert sind, vermehren sie sich rasant und fallen ähnlich wie Heuschreckenschwärme an Land zu Hunderttausenden ein. Eine Dornenkrone kann am Tag eine faustgroße Koralle vertilgen.

Korallendecke um über 50 Prozent geschrumpft

Bereits im vergangenen Jahr hatten australische Wissenschaftler gewarnt, das Korallensterben am Riff sei dramatischer als befürchtet. In den vergangenen 27 Jahren sei die Korallendecke um über 50 Prozent geschrumpft, schrieben die Forscher in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften ("PNAS"). Wenn sich der Trend fortsetze, könne sich der Bewuchs in den nächsten zehn Jahren erneut halbieren.

Als Hauptursache nannten die Experten damals schwere Stürme sowie ebenfalls den Befall mit Dornenkronen-Seesternen. Man könne die Stürme nicht verhindern, aber vielleicht die Seesterne eindämmen, erklärte das Australische Institut für Meereskunde (AIMS). Wenn das gelänge, hätten die Korallen eine bessere Chance, sich an die höheren Wassertemperaturen und die Versauerung der Meere anzupassen. Die erneute Warnung von Korallenforscher Pratchett zeigt, dass die Hoffnung des AIMS sich bislang offenbar nicht erfüllt hat.

mad/tib/DPA DPA

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