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Fossilienfund bei Bochum Wanderer entdecken älteste Saurierspuren Deutschlands


Vor mehr als 300 Millionen Jahren stapfte ein Ursaurier an einem Fluss entlang. Seine Spuren wurden nun bei einem Familienausflug entdeckt. Deutsche Forscher nahmen die Fährte auf und sind begeistert.

Bei einer Wanderung hat eine Familie die ältesten Fußabdrücke eines Ursauriers in Deutschland entdeckt. Die Spuren des etwa hausschweingroßen Tieres in einem Steinbruch von Bochum sind nach Forscherangaben über 300 Millionen Jahre alt. Am kommenden Montag sollen die Wirbeltierfährten vorgestellt werden.

Wissenschaftler sprechen von einem außergewöhnlichen und seltenen Fund. "Es handelt sich um die älteste Wirbeltierfährte in Deutschland, die je gefunden wurde", erläuterte Sebastian Voigt, Leiter des Urweltmuseums Geoskop. Er hat die Abdrücke gemeinsam mit dem Geologischen Dienst von Nordrhein-Westfalen untersucht. Voigt gilt als renommierter Experte auf dem Gebiet derartiger Fährten.

Der Ursaurier hinterließ demnach vor 316 Millionen Jahren seine jeweils 20 Zentimeter großen Abdrücke am feuchten Ufer eines großen Flusses, der damals das heutige Ruhrgebiet durchströmte. Als Gestein wurden sie bis heute konserviert.

Alter der Abdrücke sorgt für Sensation

Spuren sogenannter Diadectiden, die zu den ersten pflanzenfressenden Reptilien gehören, tauchten zwar häufiger in jüngeren Gesteinsschichten auf, sagte Saurierexpertin Daniela Schwarz-Wings vom Museum für Naturkunde in Berlin. Wissenschaftlich bedeutend seien die Fußabdrücke des Bochumer Urreptils aber durch ihr Alter.

Die Fährte ist den Angaben aus Bochum zufolge im ursprünglichen Gestein erhalten. So sei eine genaue Bestimmung ihres Alters und ihrer Herkunft möglich, bestätigte Schwarz-Wings. "Das ist wissenschaftlich bedeutend, weil es zeigt, welche Verbreitung diese Tiere in Europa hatten, und wie lange es sie schon gab", sagte die Berliner Wissenschaftlerin.

Am Montag soll ein Fachunternehmen den Fund bergen. Anschließend wird die Platte im Museum für Naturkunde des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe in Münster präpariert. Im Deutschen Bergbau-Museum Bochum sollen die Fußabdrücke schließlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

DPA DPA

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