Gentechnik Erstes Pferd geklont


Italienische Wissenschaftler haben erstmals ein Pferd geklont. "Prometea" entstand aus Hautzellen ihrer Mutter und ist somit ihr genetischer Zwilling.

Italienische Wissenschaftler haben erstmals ein Pferd geklont. Das Haflinger-Fohlen sei schon zwei Monate alt, wiege 100 Kilogramm und sei bei bester Gesundheit, teilte das Labor für Reproduktive Technologie im italienischen Cremona am Mittwoch mit. Ihre Schöpfung nannten das Tier "Prometea" - nach dem griechischen Gott Prometheus, der den Göttern das Feuer stahl und es den Menschen gab.

"Prometea" wurde aus Hautzellen der Mutter erzeugt

Durch das Klonen von Pferden werde die Reproduktion wertvoller Rennpferde ebenso möglich wie die Erhaltung vom Aussterben bedrohter Rassen, sagte Cesare Galli, Leiter der Forschungseinrichtung. "Die nächstliegenden Anwendung ist es, sterilen Pferden die Fortpflanzung zu ermöglichen." Die Details ihrer Methode werden im US-Magazin "Nature" (Donnerstagsausgabe) beschrieben.

"Prometea" kam zwei Wochen nach der Geburt des ersten geklonten Mitgliedes der Pferdefamilie zur Welt: Forschern der amerikanischen Universität Idaho war im Juli das Klonen dreier Maultiere gelungen. Die methodischen Unterschiede der beiden Projekte sind überaus groß. Alle drei Maultiere entstanden aus einem einzigen Embryo, der im Labor geklont wurde. Er wurde auf natürlichem Wege erzeugt, also durch Paarung eines Esels mit einer Pferdestute. Das Erbgut von "Prometea" dagegen kam aus der Hautzelle ihrer erwachsenen Mutter. Mutter und Fohlen sind damit identische Zwillinge.

Eizellen aus Tierkadavern

Zudem bedienten sich die amerikanischen Forscher fruchtbarer Eizellen, die sie mehreren Stuten entnahmen. Sie entfernten anschließend die Zellkerne und setzten die DNA des Maultierembryos ein. Daraufhin wurden die rekonstruierten Eizellen den Stuten wieder eingepflanzt.

Das Team von Galli entnahm dagegen Tierkadavern in einem Schlachthaus hunderte Eizellen, kultivierte sie und ersetzte das Erbgut durch die DNA aus Hautzellen erwachsener Hengste oder Stuten. Aus 841 rekonstruierten Eizellen entstanden innerhalb einer Woche lediglich 22 Embryonen. 17 von ihnen wurden neun Stuten eingepflanzt. Doch nur ein Fötus entwickelte sich zu einem Fohlen. "Prometea" wurde am 28. Mai auf natürliche Weise und ohne fremde Hilfe geboren, wie die Wissenschaftler mitteilten.

Die Forscher aus Cremona gewannen damit ein Klon-Wettrennen gegen ein Wissenschaftlerteam am texanischen Institut Texas A&M. Dessen Leiterin Katrin Hinrichs kündigte unlängst die Geburt eines geklonten Quarter Horse für Mitte November an.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker