Haustiere Vietnam verbietet Hamster


Wenn Teenager nichts Schlimmeres anstellen, als Hamster-Vereine zu gründen, wären so manche Eltern froh. Die vietnamesische Regierung sieht die Tierliebe jedoch mit Argwohn. Sie verbietet die Haltung der knuffigen Nager im ganzen Land.

Vietnams Regierung hat ein hartes Durchgreifen gegen Hamster angekündigt. Das Land fürchtet, dass die Tiere Krankheiten ins Land schleppen. Ab Montag müssen Hamsterbesitzer und Hamsterhändler daher mit einem drakonischen Bußgeld von 30 Millionen Dong (rund 1250 Euro) rechnen. Dies berichtete die Tageszeitung "Vietnam News" unter Berufung auf eine Vorschrift des Landwirtschaftsministeriums. 30 Millionen Dong sind laut BBC etwa das Doppelte des durchschnittlichen Jahreseinkommens in Vietnam.

Die kommunistischen Behörden wollen damit einer neuen Mode unter Teenagern entgegentreten, die sich mittlerweile auf Internet-Hamsterforen austauschen und Hamster-Vereine gegründet haben.

Die Behörden hatten die Tiere bereits im Februar verboten. Denn am 1. Februrar begann das chinesische "Jahr der Ratte" - Hamster wurden deshalb zum beliebten Geschenk. Laut "Vietnam News" fiel wegen der angedrohten Strafen der Preis für einen Hamster auf dem Schwarzmarkt von 20 auf unter 10 Dollar. Die meisten der Nager würden aus China und Thailand ins Land geschmuggelt. Eine Massentötung sei nicht vorgesehen, hieß es in dem Bericht. Ministeriumssprecher Nguyen Thanh Son habe vielmehr die Entnahme von Proben angeregt, "um zu sehen, wie gefährlich die Hamster in Vietnam wirklich sind".

In China stieg zum Beginn des "Jahres der Ratte" der Preis für Hamster um das sechsfache. "Die Leute wollen jetzt alle rattenähnliche Haustiere", sagte Online-Hamsterhändler Yi Xiaoran. "Ich habe mindestens doppelt so viele Kunden wie vor Beginn des neuen Jahres."

AFP AFP

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