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Kapverdische Inseln: Warum das Klima die Meeresschildkröten an den Rand des Aussterbens bringen wird

Die faszinierenden Tiere leiden unter den ansteigenden Temperaturen in ihren bevorzugten Brutgebieten ganz besonders. Der Grund dafür: Ist die Umgebungstemperatur der abgelegten Eier höher als 31 Grad, kommen ausschließlich Weibchen zur Welt.

Eine frisch geschlüpfte Baby-Meeresschildkröte auf dem Weg ins Meer

Eine frisch geschlüpfte Baby-Meeresschildkröte auf dem Weg ins Meer

Unsplash

Wenn sie ausgewachsen sind, sind sie unheimlich beeindruckend. Wenn sie klein sind, unheimlich niedlich. Meeresschildkröten gehören zu den faszinierendsten Tierarten – aber leider auch zu den gefährdetsten. Besonders, da die klimatische Situation an einem ihrer wichtigsten Brutplätze dazu beitragen wird, dass die Spezies aussterben wird, wenn in den nächsten Jahren kein kleines Wunder geschieht.

Der Klimawandel bedroht die Zukunft der Schildkröten

Denn ein Mechanismus, der den Meeresschildkröten jahrhundertelang gute Dienste erwiesen hat, könnte jetzt zu ihrem Untergang führen: Wenn die Weibchen ihre Eier in den Sand ihrer Heimatstrände ablegen, entscheidet in den Tagen darauf die Umgebungstemperatur darüber, welches Geschlecht die Babys haben werden. Ist es über 31 Grad Celsius warm, schlüpfen fast ausschließlich Weibchen. Ist es kühler, werden es Männchen. Ist es hingegen noch wärmer, sterben die Schildkröteneier ab und es kommen gar keine Jungtiere zur Welt.

Ein besonders wichtiger Brutplatz für die bedrohten Tiere sind die Strände der Kapverden. Auf den Inseln im Westen Afrikas kommen jedes Jahr viele kleine Schildkröten zur Welt. "Die Kapverden beherbergen eine der größten Brutkolonien von Meeresschildkröten der Welt – 15 Prozent aller brütenden Tiere", erklärt Lucy Hawkes, Biologin an der Universität Exeter, der "Daily Mail". Das Problem: Durch den Klimawandel wird es auf den Inseln im Atlantik immer wärmer. Schon jetzt hat das deutliche Auswirkungen auf die Schildkrötenpopulation. "Wir schätzen, dass momentan 84 Prozent der frisch geschlüpften Tiere weiblich sind. Bei weiter steigenden Temperaturen wird sich der Anteil noch vergrößern."

Die Tiere werden keine Partner mehr finden

Schlüpfen nur Weibchen, finden diese irgendwann keine Partner mehr, um Nachwuchs zu zeugen. So droht den Meeresschildkröten das Aussterben. Nach Berechnungen der Biologen könnte dies spätestens 2100 der Fall sein. "Was uns das zeigt, ist, dass es jetzt Zeit ist, in Sachen Klimawandel zu handeln – bevor es zu spät ist, die Werte, die bisher nur auf dem Papier stehen, zu ändern."

Quelle: "Daily Mail"

wt