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Klimawandel: Kohlendioxidwerte auf Rekordhoch

Wie kam es zu den Eiszeiten vor Millionen Jahren? Bis jetzt gingen Forscher davon aus, dass sinkende Kohlendioxidwerte dazu beitrugen. Eine neue Studie widerlegt dies und zeigt gleichzeitig: Aktuell sind die CO2-Werte fast 40 Prozent höher, als sie durchschnittlich während der vergangenen zwei Millionen Jahre waren.

Sinkende Kohlendioxidwerte führten nicht zu den periodisch wiederkehrenden Eiszeiten

Sinkende Kohlendioxidwerte führten nicht zu den periodisch wiederkehrenden Eiszeiten

Für zuverlässige Klimaprognosen könnte sich ein Blick in die Vergangenheit als durchaus hilfreich erweisen. Davon erhoffen sich Forscher Aufschluss darüber, ob es in der Erdgeschichte bereits ähnlich hohe Kohlendioxidwerte gab und wie diese das Klima beeinflussten. Manche Wissenschaftler glauben, dass Schwankungen des Gases in der Atmosphäre auch früher schon die meteorologischen Bedingungen auf der Erde prägten und dass sinkende CO2-Werte zu den periodisch wiederkehrenden Eiszeiten während des Erdzeitalters Pleistozän vor 1,2 Millionen bis 500.000 Jahren beitrugen. Jetzt haben amerikanische Wissenschaftler allerdings festgestellt: Mit Ausnahme der heutigen Rekordwerte war die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre über die letzten 2,1 Millionen Jahre relativ stabil. Ein Abfall der CO2-Konzentration kann damit nicht, wie bisher vermutet, die großen Eiszeiten verursacht haben.

Die Ergebnisse von Bärbel Hönisch und ihren Kollegen von der Columbia University in Palisades deuten darauf hin, dass andere Faktoren die Ausdehnung der Eiszeiten verursacht haben müssen. CO2 könne als Grund für die massiven Eiszeiten ausgeschlossen werden, berichten die Forscher. Interessantes Nebenergebnis der Studie: Aktuell sind die Kohlendioxidwerte fast 40 Prozent höher, als sie durchschnittlich während der vergangenen zwei Millionen Jahre waren. Die Forscher berichten im Fachmagazin "Science" über ihre Ergebnisse.

Uraltes, versteinertes Plankton untersucht

Hönisch und ihre Kollegen rekonstruierten den Verlauf der atmosphärischen CO2-Konzentration. Dafür untersuchten sie versteinertes Plankton aus dem Meeresboden an der Küste Afrikas. Durch Bohrungen erreichten die Geoforscher Planktonreste mit einem Alter bis zu 2,1 Millionen Jahren. Wenn Planktonorganismen versteinern, wird auch das Element Bor, das sie während ihres Lebens aufgenommen haben, mit in der Schale eingeschlossen. Dieses Element diente den Forschern als Maß für den Kohlendioxidgehalt im Wasser. Denn welche Borvariante, auch Isotop genannt, im Wasser vorherrscht, hängt von der CO2-Konzentration ab. Die Wissenschaftler bestimmten also, welche Bor-Isotopen in den Schalen des Plankton zu finden waren, und konnten so indirekt auf die Kohlendioxidkonzentration der Atmosphäre schließen.

Die Planktonorganismen erlaubten den Forschern, den Verlauf der Kohlendioxidkonzentration weiter zurückzuverfolgen, als es durch bisherige Messungen aus Polareisbohrungen möglich war. Mit diesen Methoden konnte man die Werte nur für etwa 800.000 Jahre rekonstruieren, der Übergang zur großen Eiszeit im Pleistozän liegt jedoch etwa 850.000 Jahre zurück. "Diese Studie zeigt uns, dass Kohlendioxid nicht der Hauptauslöser war, obwohl unsere Daten darauf hin deuten, dass Treibhausgase und Klimawandel durchaus eng miteinander verbunden sind", sagt Hönisch.

DDP/AP / AP
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