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Ungewöhnlicher Rettungsversuch: Kostümdesignerin klebt verletztem Schmetterling neuen Flügel an

Eine Kostümdesignerin aus Texas wollte einen Monarchfalter mit zerstörtem Flügel nicht einfach sterben lassen. In Vertrauen auf ihre handwerklichen Fähigkeiten wagte sie einen ungewöhnlichen Rettungsversuch.

Ein Schmetterling, der nicht fliegen kann, ist eigentlich dem Tode geweiht - es sei denn, er gelangt in die Hände von jemandem wie Romy McCloskey. Die Kostümdesignerin aus der Gemeinde The Woodlands in Texas hat einem verletzten einen neuen Flügel "transplantiert" und ihm so das Leben gerettet.

Monarchfalter schlüpft mit schwerer Deformierung 

Seit McCloskey im vergangenen Herbst in ihrem Garten einige Raupen entdeckte, widmet sie sich der Aufzucht von Schmetterlingen und entlässt die durch schrumpfende Lebensräume bedrohten Falter hinterher in die Freiheit, wie die junge Frau auf ihrer Facebookseite schreibt. Wann immer sie Raupen finde, bringe sie die Tiere in ihr Haus, wo sie vor Fressfeinden geschützt heranwachsen und sich verpuppen könnten.

Vor einigen Tagen schlüpfte jedoch ein Monarchfalter aus seinem Kokon, der alleine nicht lebensfähig gewesen wäre. Sein rechter Flügel war zu einem großen Teil zerstört. "Dieser ist drei Tage alt und wurde mit dieser Verletzung, die er sich beim Verpuppen zuzog, geboren", berichtete McCloskey auf Facebook.

Sie sei untröstlich gewesen bei dem Gedanken, den Falter töten zu müssen. "Ich überlegte, ob ich ihn im Haus behalten und füttern könnte, bis er stirbt", erzählte McCloskey der auf Tiere spezialisierten Webseite "The Dodo".

Video eines Freundes bringt die Rettung

Doch nachdem sie auf ihrer Facebookseite von dem versehrten Schmetterling berichtet habe, habe ihr ein Freund ein Video mit einer Reparaturanleitung für Flügel geschickt. "Ich dachte, da ich mich so viel mit dem Designen, Zuschneiden und Zusammenfügen von Kostümen beschäftige, könnte ich den Versuch wagen."

"Der Operationssaal. Handtuch, Schere, Pinzette, Talkum, Kontaktkleber, Zahnstocher und mein süßes Mädchen, das letzte Woche gestorben ist (für die Flügel)", schrieb McCloskey unter dieses Bild. Sie hatte nach eigenen Angaben den Körper eines toten Monarchfalters aufbewahrt, den sie nun als Spender verwenden konnte.

Mithilfe eines Drahtbügels fixierte sie ihren zerbrechlichen Patienten auf dem Handtuch und schnitt vorsichtig seine beschädigten Flügelteile ab. 

Auch, wenn es brutal erscheine, habe das Entfernen der Flügelteile dem Insekt nicht weh getan, versicherte McCloskey. Schmetterlinge hätten in ihren Flügeln keine Schmerzrezeptoren. "Es ist wie das schneiden von Haaren oder Fingernägeln."

Nachdem die "Hobby-Chirurgin" den Spenderflügel sorgsam zurechtgeschnitten hatte, befestigte sie ihn mithilfe des Kontaktklebers am Schmetterling und präsentierte anschließend stolz ihr Werk. "Tata! Er ist fertig!", schrieb sie zu diesem Foto.

Nach einem Tag Ruhe und einer herzhaften Nektarmahlzeit kam der große Moment, wie "The Dodo" berichtete. Der Monarchfalter sollte in die Freiheit entlassen werden und das erste Mal in seinem Leben fliegen. "Ich hatte Angst um ihn, aber ich ermutigte ihn, wie man sein Kind ermutigt, wenn es Fahrradfahren lernt", zitiert die Webseite die Kostümbildnerin.

Doch alles geht gut: Nach einer schnellen Runde durch den Garten habe der Schmetterling zunächst eine kleine Pause auf einem der Büsche eingelegt, berichtete McCloskey.

"Dann flog er davon! Ich war wirklich glücklich. Und glücklich ist keine angemessene Beschreibung. Mir fehlen die Worte. Mein Herz stieg mit ihm in die Höhe."


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mad