Kurs auf Mexiko "Dean" mutiert zum Monster-Hurrikan


Der Hurrikan "Dean" rast auf die mexikanische Halbinsel Yucatan zu. Er hat auf dem Meer an Kraft gewonnen und erreichte vor Mexiko die höchste Sturmstufe. Damit ist er so gefährlich wie die Stürme "Wilma" und "Katrina".

Der Hurrikan "Dean" hat kurz vor der mexikanischen Karibikküste die höchste Sturmstufe erreicht. Mit Windgeschwindigkeiten von knapp 260 Stundenkilometern raste der Wirbelsturm auf die Halbinsel Yucatan zu, wo nun Zehntausende Touristen und Einheimische bedroht sind. Erste Ausläufer von "Dean" peitschten hohe Wellen an die Strände und schwere Regenfälle über das Land.

Unterkünfte sind wacklige Strohhütten

Das US-Hurrikanzentrum stufte "Dean" am Montagabend auf die höchste Kategorie Fünf herauf. Die mexikanischen Behörden sperrten zahlreiche Straßen entlang der "Riviera Maya", die für ihre weißen Sandstrände und jahrhundertealten Ruinen weltberühmt ist. Vielerorts patrouillierten Polizisten und Soldaten, um eine Ausgangssperre zu überwachen. Einheimische suchten in Notunterkünften Schutz, Touristen verschanzten sich in ihren Hotelanlagen. Die Flughäfen der Urlauberressorts Cancun und Cozumel stoppten ihren Betrieb. Präsident Felipe Calderon kündigte an, seinen Besuch in Kanada wegen des Hurrikans zu verkürzen und noch am Dienstag nach Mexiko zurückzukehren.

Auf seinem Weg durch die Karibik hat "Dean" bereits elf Menschen in den Tod gerissen. Auf Jamaika, Haiti und anderen Inseln richtete er verheerende Schäden an. Der Hurrikan dürfte nach US-Angaben am frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) die mexikanische Küste nahe der Grenze zu Belize treffen. In der Gegend befinden sich unter anderem die vor allem bei europäischen Touristen beliebten Maya-Ruinen von Tulum, wo viele Unterkünfte meist nur aus wackligen Strohhütten bestehen.

Mehr schwere Wirbelstürme durch Erderwärmung

"Ein Hurrikan der Kategorie Fünf ist einfach der Horror - ich weiß, wovon ich rede", sagte Marcos Ruiz von der Tourismusbehörde in Tulum. Erst vor zwei Jahre hatte Hurrikan "Wilma" die Region schwer verwüstet. Damals starben sieben Menschen; es entstand ein Sachschaden von 2,6 Milliarden Dollar. "Der Sturm war damals so heftig, dass man kaum noch atmen konnte", erinnert sich Ruiz.

Wirbelstürme der Kategorie Fünf sind eigentlich sehr selten. 2005 suchten jedoch vier solcher Hurrikans die Karibik und den Golf von Mexiko heim - darunter auch der Sturm "Katrina", der New Orleans zerstörte. Die erhöhte Anzahl schwerer Wirbelstürme in den vergangenen Jahren führen Wissenschaftler auch auf die Erderwärmung zurück.

Reuters Reuters

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