Mathematik-Kongress Genialer Russe sorgt für Skandal


Grigori Perelman hat die höchste Ehrung in der Mathematik, die Fields-Medaille, abgelehnt. Die sollte er für seinen Beweis der Poincaré-Vermutung erhalten. Doch Ruhm und Geld interessieren das eigenbrötlerische Genie nicht.

Der Russe Grigori Perelman sollte für seinen Beweis eines 100 Jahre alten mathematischen Problems auf dem diesjährigen Internationalen Mathematikerkongress in Madrid ausgezeichnet werden. Bei der Preisverleihung durch den spanischen König Juan Carlos am Dienstag in Madrid fehlte der besondere Gast.

Grigori Perelman, der eine der vier Medaillen für herausragende Leistungen in der Mathematik erhalten sollte, war nicht erschienen. "Es ist sehr schade, dass Dr. Perelman die Medaille nicht angenommen hat", sagt John Ball, Präsident der Internationalen Mathematikervereinigung.

"Er hat bestimmt seine Gründe." Kollegen zufolge ist Perelman weder an dem Preis noch an ein einer weiteren Belohnung interessiert, die ihm für den Beweis der so genannten Poincaré-Vermutung zusteht, welche rund 100 Jahre lang die klügsten Köpfe hat verzweifeln lassen.

Beweis wird derzeit geprüft

Perelmans Arbeit, die er nur im Internet veröffentlicht hat, wird derzeit noch von Experten untersucht. Sollte der Beweis der Untersuchung standhalten, steht Perelman in zwei Jahren auch eine Belohnung von einer Million Dollar (779.000 Euro) entweder ganz oder teilweise zu.

Diese wurde vor sechs Jahren vom Clay-Institut für Mathematik an der Universität Cambridge im US-Staat Massachusetts für die Lösung von sieben historischen mathematischen Problemen ausgesetzt. Eines davon war die so genannte Poincaré-Vermutung. Diese besagt, dass in einem dreidimensionalen Raum jede Form zu einer Kugel geschrumpft oder gestreckt werden kann - solange sie kein Loch hat. Perelman lebt zurückgezogen, dem Anschein nach mit seiner Mutter, in St. Petersburg, und war für Reporter nicht zu erreichen.

AP AP

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