Mückenalarm Licht an, Mücke aus


Es ist ein weit verbreitetes Märchen, dass Licht Mücken anlockt. Im Gegenteil, Licht verstört die kleinen Blutsauger. Wenn es aber dunkel ist, zieht unser Geruch sie magisch an.

Schon seit Jahren untersucht Dr. Willem Takken von der Wageningen Universiteit in den Niederlanden das Verhalten von Mücken. Er hat festgestellt, dass Mücken allein vom Geruch eines Menschen angezogen werden. Das Licht im Schlafzimmer können Sie also ruhig anlassen: Im Gegensatz zu anderen Insekten wie Motten lockt der Lampenschein keine Mücken an.

Mücken sind nachtaktiv und deshalb eher verstört, wenn sie sich in ein hell erleuchtetes Zimmer verirren. Das Licht irritiert sie so sehr, dass sie weniger oder gar nicht stechen, solange es an ist. Sobald man der Glühbirne den Strom abdreht, beginnt das gemeine Summen, denn dann macht die Mücke sich auf zu dem, der am besten riecht.

Angezogen wird sie dabei vom CO2-Gehalt, Schweiß und Milchsäurebakterien auf unserer Haut. Je besser ihr der Geruch gefällt, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie sticht. Wenn die Mücke aber findet, dass Ihr Partner "stinkt", lässt er ihn in Ruhe und labt sich nur an Ihrem Blut.

Blut für die Brut

Das Blut braucht die Mücke für ihre Nachkommen. In den drei Wochen ihres Lebens legt sie alle drei Tage Eier. Deshalb wird sie so lange immer wieder ihren Magen füllen, bis sie ihren Dienst getan hat und stirbt.

"Du wirst öfter gestochen, weil du süßes Blut hast", auch das ist eine weit verbreitete Meinung. Und sie ist gar nicht so falsch: Die Zusammensetzung unseres Blutes bestimmt den Geruch, der über die Haut abgesondert wird. Man kann zwar nicht behaupten, dass das Blut des einen im wörtlichen Sinn süßer als das des anderen ist, für die Mücke aber schmeckt es unterschiedlich. Gewisste Menschen bevorzugt sie, während sie andere verschmäht.

Machen Sie also das nächste Mal aus einer Mücke keinen Elefanten, wenn die Lampe mal wieder an ist.

Monique Berends

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