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Mysteriöses Sterben: Bundesbehörde stoppt Bienengift

Nach dem mysteriösen Bienensterben in der Rheinebene hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die Verwendung eines Insektenschutzmittels gestoppt. Die jetzt verbotene Substanz wird verwendet, um Maispflanzen vor Schädlingen zu schützen.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat den Verkauf und die Anwendung des Insektengiftes gestoppt, das mit dem Bienensterben in der Rheinebene in Verbindung gebracht wird.

Die Berliner Behörde gab bekannt, sie habe das sofortige Ruhen der Zulassungen von insgesamt acht Saatgut-Behandlungsmitteln angeordnet, darunter das von Bayer CropScience hergestellte Mittel "Poncho" mit dem Wirkstoff Clothianidin. Das Mittel war wegen des Bienensterbens in Baden-Württemberg in die Schlagzeilen geraten.

Zulassung seit 2004

Der Landesverband der Badischen Imker sieht in dem Nervengift den Auslöser für das seit April schwerpunktmäßig in der Region zwischen Lörrach und Rastatt auftretende Bienensterben. Das Insektengift soll Maispflanzen vor einem bekannten Schädling, dem westlichen Maiswurzelbohrer, schützen. Es erhielt nach Angaben des BVL im September 2004 die Zulassung in Deutschland.

"Chemiekonzerne dürfen das Mittel ab sofort nicht mehr verkaufen, und Saatgutunternehmen dürfen keine Maissamen mehr damit behandeln", sagt Rolf Forster, Referent für Pflanzenschutzmittelanwendung und -kennzeichnung beim BVL. Lediglich die behandelten Maissamen, die bereits bei den Bauern sind, dürften noch gesät werden. Die Landwirte sollen dabei allerdings nur noch Maschinen verwenden, welche die Abluft direkt in den Boden leiten. Denn bei den Untersuchungen, die einen möglichen Zusammenhang zwischen Pflanzenschutzmittel und Bienensterben klären sollten, zeigte sich: Bei mit Luftdruck arbeitenden Sämaschinen kommt es zu bisher nicht bekannten Problemen, sodass die Bienen dem Gift stärker ausgesetzt sind, als angenommen wurde.

Neben dem Mittel Poncho ordnete das BVL auch das Verbot der Saatgutbehandlungsmittel Antarc, Chinook, Cruiser 350 FS, Cruiser OSR, Elado, Faibel und Mesurol flüssig an. Mit der Anordnung sei neben dem Verkauf und der Anwendung auch die Einfuhr der Mittel bis auf weiteres ausgeschlossen.

AP / AP