VG-Wort Pixel

Nichts für Arachnophobiker Wo Tausende Giftspinnen durchs Museum krabbeln


Sie stecken in Schränken, hinter Bildern, einfach überall: Im naturhistorischen Museum von Helsinki fühlt sich eine südamerikanische Giftspinnen-Art besonders wohl. Seit Jahrzehnten sind die Spinnen wohl ganz dicht an den Besuchern - und trotzdem nur eine kleine Gefahr.

Arachnophobiker werden eh kaum eine Spinnenausstellung im Museum besuchen. In Helsinki sollten Menschen mit Spinnenangst allerdings besser einen Bogen um das ganze naturhistorische Museum machen. Denn das Museum in der finnischen Hauptstadt leidet unter einer Spinnenplage, wie die BBC berichtet. In dem Museum habe sich die Spinnenart "Loxosceles laeta" ausgebreitet, eine Giftspinne, die hauptsächlich in Chile vorkommt. Ihr Biss bewirkt schwere Gewebeschäden und kann tödlich sein.

Wie die Spinne aus dem warmen Chile ins kalte Finnland gekommen ist, weiß niemand genau. Schon etwa 1963 fiel Museumsmitarbeitern laut BBC auf, dass eine exotische Spinne das Museum bevölkert. Im Winter 1970 habe sich die Spinne dann explosionsartig vermehrt, sodass man sich auf die Suche machte, wo die Tiere hausten. So stellte man fest: Die Spinnen waren überall. In den Schränken, auf den Tischen, hinter Bildern. Wie schlimm der Spinnenbefall 1972 war, schilderte sogar ein Zoologe der Uni Helsinki in einem wissenschaftlichen Aufsatz. Besonders viele der bis zu zwei Zentimeter großen Tiere fanden sich in einer Mitarbeiterküche - die allerdings laut BBC 2004 einem Umbau des Museums zum Opfer fiel.

Die Spinnen sind Überlebenskünstler

Nach dem Umbau schienen die Spinnen verschwunden, was allerdings erstaunlich gewesen wäre. Immerhin überlebte ein Exemplar von "Loxosceles laeta" in einem Experiment ganze 755 Tage ohne Wasser und Nahrung - also mehr als zwei Jahre. Die durchschnittliche Überlebenszeit betrug unter diesen Bedingungen allerdings "nur" 453 Tage.

Tatsächlich stellte sich schnell heraus, dass die Spinnen sich auch nach dem Umbau im Museum sehr wohl fühlen. Und sie tun es bis heute. Doch alle Menschen mit Spinnenangst könne sich entspannen: "Loxosceles laeta" ist eine sehr scheue Spinnenart. In 50 Jahren, die die Spinnen nun das Museum bevölkern, wurde laut BBC nur einmal jemand gebissen: ein unvorsichtiger Bauarbeiter, der zum Glück keine bleibenden Schäden davon trug. Außerdem sind die Tiere nachtaktiv. Tagsüber überlassen sie also das naturhistorische Museum in Helsinki den Besuchern - egal, ob die Spinnenangst haben oder nicht.

tkr

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker