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Jahrzente auf einsamer Insel: Ponso, der einsamste Schimpanse der Welt, bekommt ein neues Zuhause

Seit dreißig Jahren lebt der ehemalige Labor-Schimpanse Ponso auf einer kleinen Insel vor der Elfenbeinküste. Ausgesetzt von dem Institut, das ihn einst zu Testzwecken brauchte. Seit 2013 ist er hier ganz alleine. Nun soll Ponso ein neues Zuhause bekommen.

Ponso

Der Schimpanse Ponso soll in Sambia ein neues Zuhause bekommen - nach Jahrzehnten auf einer kleinen Insel

Das Schicksal von Ponso, einem Schimpansen der auf einer einsamen Insel sein Dasein fristet, ist ein trauriges Beispiel dafür, wie sich so manche wissenschaftliche Einrichtung in der Vergangenheit ihrer Labortiere entledigte, nachdem diese nicht mehr gebraucht wurden. Es ist aber auch eine Geschichte von Menschlichkeit, die zeigt, was Tierschützer alles versuchen, um einem längst vergessenen Schimpansen ein neues Leben zu schenken.

Vor dreißig Jahren auf einem kleinen Eiland seinem Schicksal überlassen, hat die Geschichte von Ponso viele Menschen berührt: Nun sieht es ganz danach aus, dass der 40-jährige Schimpanse auf seine alten Tage doch ein neues Zuhause bekommt - und nach über drei Jahren wieder auf Artgenossen treffen wird.

Nach dem Ende eines Forschungsprogramms war Ponso 1983 von der New Yorker Blutbank gemeinsam mit 20 weiteren Schimpansen auf einer Insel vor der westafrikanischen Elfenbeinküste ausgesetzt worden. Anfangs versorgte das Institut die Tiere noch mit Nahrung und Wasser, später wurden die Schimpansen jedoch ihrem Schicksal überlassen. Einige Freiwillige kümmerten sich weiterhin mit sehr begrenzten Mitteln um die Tiere, doch die meisten von ihnen verstarben an Krankheiten und Unterernährung.

54.000 Euro für Ponsos Umsiedelung gesammelt

2013 waren nur noch der Schimpanse Ponso, seine Partnerin und seine Kinder übrig. Doch auch sie wurden schwach und starben - seitdem lebt der 40-jährige Menschenaffe alleine in seinem tropischen Exil. Die Menschen hatten ihn vergessen - bis auf einen. Ein ortsansässiger Mann namens Germaine stattete Ponso regelmäßig einen Besuch auf der Insel ab und brachte dem einsamen Schimpansen Bananen.

Auch durch die Unterstützung von Estelle Raballand, Gründerin der Tierschutzorganisation Chimpanzee Conservation Center, wurde Ponsos Schicksal international publik. Eine Spendenaktion auf einer Crowdfunding-Plattform hat mittlerweile über 54.000 Euro für Ponsos Umsiedlung gesammelt. Mit diesen Mitteln konnte ein neues Zuhause für der 40-jährigen Menschenaffen gefunden werden, das Chimfunshi Wildlife Orphanage in Sambia, indem auch andere Schimpansen eine zweite Heimat gefunden haben.

"Dann werden wir ihm Alice und Cindy vorstellen"

Zunächst galt es jedoch einige Hürden zu überwinden: Es musste sichergestellt werden, dass Ponso gesund ist und keine Krankheiten hat. Nach mehreren Tests stand fest: Dem Schimpansen geht es gut. Auch die Regierung der Elfenbeinküste gab mittlerweile ihr O.K. für die Umsiedelung. Wie Estelle Raballand dem stern berichtet, soll nun alles ganz schnell gehen, um Ponso umzusiedeln, bevor in Sambia die Regenzeit beginnt. "Der Plan sieht vor, ihn spätestens Ende November umzusiedeln. Es wird eine lange Reise".

Dann muss Ponso laut Rabballand 21 Tage in Quarantäne. Dies sei jedoch nur eine Vorsichtsmaßnahme, um sicherzugehen, dass Ponso sich keine Erkältung eingefangen hat und seine neuen Mitbewohner ansteckt. Während der Zeit wird er aber dennoch nach draußen dürfen, so die Tierschützerin. Danach wird Ponso erstmals wieder auf Artgenossen stoßen: "Wir werden ihm zunächst Alice und Cindy vorstellen", so Raballand. Und eine Gemeinsamkeit gibt es schon mal: Auch die beiden Schimpansinnen stammen von der Elfenbeinküste.


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