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Problembär: Besucht Brunos Bruder Bayern?

Vor gut zwei Jahren trieb "JJ1" alias Problembär Bruno sein Unwesen in Bayern. Nun wandelt "MJ4" auf den Spuren seines Halbbruders. Im österreichischen Stubaital, nicht weit von der Grenze zum Freistaat, ist der dreieinhalbjährige Braunbär offenbar schon gesichtet worden. Doch keine Angst: Experten halten "MJ4" eher für einen Traum- statt Problembären.

Mehr als zwei Jahre nach dem Abschuss des Braunbären "Bruno" wandert möglicherweise auch sein Halbbruder "MJ4" bald nach Bayern ein. Der "Münchner Merkur" und die Tageszeitung "tz" berichteten am Montag, dass "Brunos" Halbbruder bereits im österreichischen Stubaital unterwegs sei und eventuell weiter nach Norden in den Freistaat ziehen werde.

Bayerns Bärenbeauftrager Manfred Wölfl bestätigte lediglich, dass derzeit ein Bär nicht mehr weit von Bayern entfernt sei. Bislang könne nur vermutet werden, dass es sich um "MJ4" handelt. Genaue Untersuchungen dazu werde es in den nächsten Wochen geben. Es sei denkbar, dass der Bär in den nächsten Wochen oder erst nach dem Winterschlaf 2009 auch in Bayern auftauche.

Nach den Medienberichten ist der Braunbär bereits etwa 30 Kilometer vom oberbayerischen Mittenwald (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) entfernt gesichtet worden. Wölfl erklärte, dass sich der dreieinhalb Jahre alte Bär komplett anders verhalte als "Bruno". So halte er sich von Siedlungen fern und breche allenfalls gelegentlich einen Bienenstock auf, um an den Honig zu kommen. "Das ist eher ein Traumbär", meinte Wölfl. "Bruno" war hingegen vom damaligen Landesumweltminister Werner Schnappauf (CSU) wegen seiner mangelnden Scheu vor menschlichen Siedlungen als "Problembär" eingestuft worden.

"Bruno" war im Sommer 2006 im Spitzingsee-Gebiet in den bayerischen Alpen erschossen worden. Nach wochenlangen vergeblichen Fangversuchen hatte die bayerische Staatsregierung ihn zum Abschuss freigegeben. Nach dem Abschuss des Bären wurde in Bayern ein Managementplan für Braunbären erstellt, um künftig besser auf die Wildtiere vorbereitet zu sein. "Bruno" selbst steht in präparierter Form im Münchner Museum "Mensch und Natur".

"MJ4" ist die wissenschaftliche Bezeichnung des aus Norditalien stammenden Bären. Die Buchstaben verweisen auf die Eltern, die Zahl gibt an, um das wievielte Junge des Bärenpaares es sich handelt. Einen richtigen Namen wie "Bruno", der ursprünglich "JJ1" hieß, hat dessen Halbbruder bislang nicht. "MJ4" hat den gleichen Vater wie Bruno, aber eine andere Mutter.

DPA / DPA