HOME

Taubenplage: Vogelfrei in München

Die Stadt München hat die Nase voll von Tauben. Ab sofort dürfen die ungeliebten grauen Vögel nachts in Bahnhöfen gejagt werden. Der Deutsche Tierschutzbund ist wenig begeistert.

Der Deutsche Tierschutzbund will die Stadt München notfalls mit einer Strafanzeige an der gezielten Tötung von Tauben hindern. Nachts seien die Tiere in den S-Bahnhöfen und am Hauptbahnhof zum Abschuss mit Schrotkugeln freigegeben, kritisierte der Tierschutzbund am Mittwoch in München. Ein Sprecher des Kreisverwaltungsreferats bestätigte, dass "zwei oder drei Jäger des Vertrauens" mit der Aufgabe betraut worden seien, Tauben abzuschießen.

Der Stadtsprecher sagte, die Gefahr von Krankheiten und Schäden durch die Verkotung sei "einfach zu groß". Die Aktion finde daher in zeitweise gesperrten Bahnhöfen immer wieder statt. Der Tierschutzbund verurteilte die Tötungsaktionen als Tierquälerei. "Es ist zu befürchten, dass viele angeschossene Tiere in einem tagelangen Todeskampf langsam und qualvoll verenden", kritisierte Verbandspräsident Wolfgang Apel. Die Tierschützer forderten die Stadt auf, die Genehmigung für die Tötungen sofort zurückzuziehen, andernfalls würden sie Strafanzeige stellen.

DPA