HOME

Tiere: 1000 neue Arten am Mekong entdeckt

Die Laotische Felsenratte galt seit elf Millionen Jahren ausgestorben. Doch in der Mekong-Region entdeckten Forscher das Tier wieder. Sie stießen dort in den vergangenen zehn Jahren auf mehr als 1000 unbekannte Tier- und Pflanzenarten.

Die Experten stießen auch auf eine unbekannte Hirschart und das Annamitische Streifenkaninchen, die weltgrößte Jägerspinne und den Cyanid produzierenden Drachentausendfüßler. Der Drachentausendfüßler zeigte sich pinkfarben auf Kalkfelsen. Die schrille Farbe soll andere Tiere vor seinem Gift warnen. Die rekordverdächtige Riesenkrabbenspinne mit einer Spannweite von rund 30 Zentimetern entdeckte Peter Jäger vom Frankfurter Senckenberg- Institut 2003 in Kalksteinhöhlen in Laos. Die Laotische Felsenratte fanden Wissenschaftler zunächst auf einem Lebensmittelmarkt. Später gelang es ihnen, das Tier auch in der freien Wildbahn aufzuspüren.

Ein "solch unglaubliches Maß" von Neuentdeckungen hätten die Wissenschaftler nicht mehr für möglich gehalten, berichtete die Umweltorganisation WWF (World Wide Fund for Nature). Die Mekong-Region erstreckt sich über Thailand, Birma, Vietnam, Laos, Kambodscha und China. Der Fluss ist mit etwa 4500 Kilometern Länge der zehntgrößte der Welt. Der WWF kritisiert einen wachsenden Raubbau an der Natur und fordert mehr Schutz für eine 600.000 Quadratkilometer große Region in dem Sechs-Länder-Eck.

"Man kann ein bisschen nachempfinden, wie sich Forscher und Entdecker des 19. Jahrhunderts gefühlt haben müssen", sagt WWF-Referent für die Region, Petr Obrdlik. Unter den 1068 entdeckten Arten seien 519 Pflanzen, 88 Spinnen, 279 Fische, 88 Frösche, 22 Schlangen, vier Vögel und 15 Säugetiere.

"Wir laufen Gefahr, dass zahlreiche Arten verschwinden, bevor sie überhaupt beschrieben werden", sagte Obrdlik. So sollten am Mekong 150 große Wasserkraftwerke entstehen. Nicht nur bei Ökologen, sondern auch bei Ökonomen gelte die Region als eines der letzten faszinierenden Gebiete. Seit 1990 wurden dem WWF zufolge in Südostasien jährlich 2,7 Millionen Hektar Dschungel für Plantagen gerodet, um dort zum Beispiel Kautschuk und Kaffee anzubauen.

DPA / DPA
Themen in diesem Artikel