HOME

Umweltschäden: Eine Welt ist nicht genug

Der Mensch geht verschwenderisch um mit der Erde. Zu verschwenderisch. Eine Studie der Umweltstiftung WWF sagt voraus, dass wir in knapp 50 Jahren zwei Planeten benötigten, um unseren heutigen Bedarf an natürlichen Ressourcen zu decken.

Der Wolrd Wide Fund for Nature (WWF) warnt in einem Zustandsbericht für die Erde vor einer beispiellosen Umweltzerstörung. Weltweit findet derzeit nach Angaben des WWF das größte Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier statt. Zudem verbraucht die Menschheit weit mehr natürliche Ressourcen als die Erde auf Dauer zur Verfügung stellen kann, wie der WWF mahnt.

Rasantes Artensterben

Der von der Umweltschutzorganisation veröffentlichte "Living Planet Report 2006" zeigt, dass zwischen 1970 und 2003 ein Drittel der Wirbeltiere verschwunden ist. Der Index von an Land lebenden Arten ist dabei um 31 Prozent, jener von Süßwasserarten um 28 Prozent und jener von Meeresarten um 27 Prozent gesunken. Besonders dramatisch ist nach Angaben des WWF der Rückgang der Wirbeltierpopulationen in den Tropen. Seit 1970 hat sich der Index tropischer Arten um 55 Prozent verringert, wie der alle zwei Jahre veröffentlichte Bericht zeigt.

Der ökologische Fußabdruck macht alles platt

Der so genannte "ökologische Fußabdruck" als Maß für den jährlichen Verbrauch der natürlichen Ressourcen durch die Menschheit ist im Zeitraum von 1961 bis 2003 um das Dreifache gewachsen. Der Mensch lebt demzufolge weit über seine Verhältnisse - die Regenerierbarkeit der Erde wird bereits um 25 Prozent überschritten. "Wenn der Verbrauch an natürlichen Ressourcen so weitergeht wie bisher, werden wir bis zum Jahr 2050 zwei Planeten benötigen, um unsere Bedürfnisse nach Nahrung, Energie und Infrastruktur zu decken". Am stärksten ins Gewicht fällt der CO2-Verbrauch, der durch die Verbrennung fossiler Treibstoffe verursacht wird und der im Jahr 2003 neun Mal höher war als 1961. Den stärksten "ökologischen Fußabdruck" hinterlassen die USA, Finnland, Kanada, Estland, Schweden und Norwegen.

DPA/Reuters/mb / DPA / Reuters
Themen in diesem Artikel