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Voraussichtlich keine unmittelbare Gefahr: Giftschlamm gelangt in Donau-Nebenfluss

Der durch einen Unfall in einer ungarischen Aluminiumfabrik ausgelaufene Giftschlamm hat am Donnerstagmorgen die Donau erreicht. Bei Messungen am Zusammenfluss von Raab und Donau sei ein leicht erhöhter Laugengehalt festgestellt worden, sagte ein Vertreter der Wasserbehörde der Nachrichtenagentur AFP.

Der Giftschlamm aus dem geborstenen Abfallbecken in Westungarn ist in der Nacht zum Donnerstag in den Donau-Nebenfluss Raab gelangt. Eine unmittelbare Gefahr an Raab und Donau drohe aber voraussichtlich nicht, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI unter Berufung auf den Katastrophenschutz. Die laugenhaltige Brühe sei durch den Zusatz von Gips in den Fluss Marcal bereits vor dessen Einmündung in die Raab so weit verdünnt worden, dass sie kaum noch gefährlich sei.

Nach diesen Angaben ist der ph-Wert des Gewässers auf rund 10 gesunken. Der ph-Wert gibt die Säure- oder Laugenhältigkeit an. Der ph-Wert 7 markiert den neutralen Zustand.

Eine giftige Schlammlawine aus einem Bauxitwerk hatte sich am Montag über mehrere Ortschaften in Westungarn ergossen. Im Ort Kolontar waren vier Menschen getötet und mehr als 120 verletzt worden, nachdem ein Speicherbecken der Aluminiumhütte MAL AG geborsten und ätzender Bauxitschlamm ausgeflossen war. Die rote Brühe überschwemmte Häuser, Gärten und Autos. Der Schlamm ist das Abfallprodukt bei der Herstellung von Tonerde, aus der wiederum Aluminium gewonnen wird.

AFP/DPA / DPA