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Waldzustandsbericht 2005: Dem deutschen Wald geht es schlecht

Der deutsche Wald ist nach wie vor in einem Besorgnis erregenden Zustand. Fast ein Drittel der Gesamtfläche ist schwer geschädigt, besonders schlimm hat es die Eichen erwischt.

Wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf den Waldzustandsbericht 2005 schreibt, weisen die Bäume auf 29 Prozent der Gesamtfläche schwere Schäden auf. Das sei nur eine leichte Verbesserung zum Vorjahr, als der Rekordwert von 31 Prozent der Flächen mit deutlichen Schäden an den Kronen registriert wurde. Die Bundesregierung will den Bericht am Dienstag vorstellen.

Eichen in schlechtem Zustand

Dramatisch verschlechtert hat sich den Angaben zufolge im vergangenen Jahr der Zustand der Eichen: Der Anteil der Eichen mit schweren Schäden sei von 45 Prozent im Jahr 2004 auf 51 Prozent gestiegen. "Die Eiche weist von allen Hauptbaumarten den höchsten Flächenanteil mit deutlichen Kronenverlichtungen auf", zitiert die "Welt am Sonntag". Die Regierung warne in dem Bericht, dass die "Vorbelastung der Wälder durch noch immer zu hohe Stoff- und Säureeinträge ihre Anfälligkeit für zusätzlich auftretende Stressfaktoren erhöht und langfristig ein Risiko für die Qualität der Böden und des Grundwassers darstellt". Zudem bringe die Klimaänderung für den Wald und die Waldbewirtschaftung neue Herausforderungen mit sich.

Erholt haben sich vor allem die Buchen, wie aus dem Bericht hervorgeht. Nach dem heißen Sommer 2003 war der Anteil der Buchen mit schweren Schäden um 25 Prozentpunkte auf 55 Prozent gestiegen. Jetzt weisen dem Bericht zufolge nur noch 44 Prozent deutliche Kronenverlichtungen auf. Regional habe sich der Wald sehr unterschiedlich entwickelt, berichtet die Zeitung. "Verschlechtert hat er sich insbesondere im Saarland (plus zwölf Prozentpunkte), aber auch in Baden-Württemberg (plus 3 Prozentpunkte) und Hessen (plus zwei)", heißt es.

Entwarnung im Norden

Einen verbesserten Kronenzustand verzeichneten Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Rheinland-Pfalz und Sachsen. Die Gründe für diese Entwicklung seien regional sehr unterschiedlich: "Während die Witterung im Norden und in der Mitte Deutschlands der Erholung der Bäume förderlich war, war dies im Süden nicht überall der Fall", schreibt die Zeitung.

mit AP
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