HOME

Stern Logo Ratgeber Stiftung Warentest

Stiftung Warentest - Sicherheit von Spielzeug: Doktorspiele sind nicht ungefährlich

Schadstoffe, verschluckbare Kleinteile, Strangulationsgefahr: Die Stiftung Warentest hat die Sicherheit von 40 Spielzeugen für 3- bis 6-jährige Kinder geprüft.

Die Tester raten beim Kauf von Spielzeug auf den Geruch zu achten und sich lieber für unlackiertes Holzspielzeug zu entscheiden

Die Tester raten beim Kauf von Spielzeug auf den Geruch zu achten und sich lieber für unlackiertes Holzspielzeug zu entscheiden

Ein Stethoskop von Toys R Us kann kleinen Puppenärzten beim Spielen gefährlich werden. Wenn sich die Kinder die Schlaufe über den Kopf ziehen und daran gezogen wird, besteht Strangulationsgefahr. Es fehlt der Warnhinweis "Nicht für Kinder unter 3 Jahren geeignet". Auch der Traktor mit Pferdeanhänger der Firma Ostheimer fiel im Test durch. In der Fallprüfung zerbricht ein Holzzapfen, in der Zugprüfung reißt ein Band.

Schadstoffe sind ein wichtiges Thema bei der Sicherheitsprüfung von Spielzeug. Fünf Spielzeuge haben deshalb von der Stiftung Warentest die Note "mangelhaft" erhalten. Bei Brio, Eichhorn, TEDi, im Knights-Angriffsturm von Simba und in der Kidz-Only-Puppe von Galeria Kaufhof fielen in den Tests zu hohe Mengen gefährlicher Schadstoffe auf, die langfristig Krebs auslösen können oder die Fortpflanzungsfähigkeit beeinflussen.

CE-Zeichen als Garantie für gesetzliche Vorschriften

Die Metallräder der Brio Lok Nickel setzen frei. Die Kunststoffschienen des TEDi Modellzugs enthalten krebserzeugendes PAK. Ebenfalls mangelhaft ist die Kidz-Only Puppe von Galeria Kaufhof. Der Grund: Ein Klettverschluss der Puppenkleidung enthält krebserzeugendes PAK. Das gilt auch für die schwarzen Zugtorseile des Angriffturms von Simba. Der grüne Simba-Ritter enthält zudem PAK und zinnorganische Verbindungen. Bei sieben von elf Puppen steckt Nonylphenol im Kunststoff. Dieser Stoff kann in das empfindliche Hormonsystem von Kindern eingreifen und es langfristig schädigen.

Der Test zeigt aber auch: Es gibt sicheres und weitgehend schadstofffreies Spielzeug für Kinder. So sind die Kunststoff-Tiere von Schleich oder die Ritterburg von Playmobil frei von Gefährdungen. Genauso wie Produkte anderer bekannter Marken wie Bullyland, Haba, Lego oder Plantoys.

Die Tester raten beim Kauf von Spielzeug auf den Geruch zu achten, sich lieber für unlackiertes Holzspielzeug zu entscheiden, Spielzeuge aus hartem Plastik dem weichen vorzuziehen und die Kleider von Puppen vor dem ersten Spielen zu waschen. Mit dem CE-Zeichen garantieren Hersteller, dass sie sich an die gesetzlichen Vorschriften halten. Besser sind unabhängige Prüfsiegel, wie das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit oder Siegel von Prüfinstituten.