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"Studytracks": Sein Sohn hat Schwierigkeiten beim Lernen, doch dann hat der Vater eine clevere Idee

Weil sein Sohn sich beim Lernen schwer tut, entwickelt George Hammond-Hagan aus England eine Idee. Der Musikproduzent verfasst Lerninhalte kurzerhand als Rap-Reime. Heraus kommt eine App, die nicht nur Schülern hilft.

Ein junger Mann liest ein Buch mit Kopfhörern in den Ohren

Songs hören und dabei Lernen: Mit "Studytracks" geht beides (Symbolfoto)

Es ist ein Problem, das wohl viele Eltern von schulpflichtigen Kindern kennen: Die Kids hören beim Lernen, aber das Einzige, was sie am Ende in- und auswendig können, sind die Songtexte. Ein Vater in England hat für seinen Sohn eine App entwickelt, mit der der Teenager beides machen kann: Songs hören und gleichzeitig den Schulstoff lernen.

Der George Hammond-Hagan konnte es nicht mehr mit ansehen, dass sein Sohn Paris, der Musik über alles liebt, große Konzentrationsprobleme hatte, während er für den Schulabschluss büffelte. "Man konnte ihm alles wegnehmen. Sein iPad, sein Handy, aber auf keinen Fall die Musik", so Hammond-Hagan. "Warum also nicht die Lerninhalte mit der Musik verbinden?". Er schnappte sich dessen Physikbuch, verschwand damit in sein Tonstudio, legte ein paar Hip-Hop-Beats drüber und präsentierte seinem Sohn das Ergebnis. "Ich war absolut begeistert. Das war genau das, was ich brauchte", sagt der heute 18-Jährige in einem Interview mit BBC. Bereits eine Woche später konnte er dem Unterricht viel besser folgen und sich aktiver daran beteiligen.


Studytracks kommt auch nach Deutschland

Seine Klassenkameraden und Lehrer waren erstaunt darüber, dass er sich in so kurzer Zeit so deutlich verbesserte. Und so war die Idee für die App "studytracks" geboren. Inzwischen wurde diese laut eigenen Angaben schon mehr als 165.000 Mal runtergeladen. Mittlerweile gibt es mehr als 800 Songs mit diversen Schulthemen und für verschiedene Schulformen. Bislang gibt es die App nur in England, Frankreich und seit einigen Wochen auch in den USA. 2018 soll sie auch auf Deutsch erhältlich sein. "Wir haben die App für den deutschen Markt auf jeden Fall eingeplant, aber noch keine konkreten Details", sagt Marketingdirektor Troy Rice gegenüber dem stern.


Das Prinzip funktioniert laut Hammond-Hagan ähnlich wie Kinderlieder, an die man sich auch Jahre später noch erinnert. Kurze Reime mit vielen Wiederholungen. Daher kann die App auch keine Lehrkräfte ersetzen, sondern soll lediglich als eine Lernhilfe fungieren, um "Grundlagen zu verankern und den Schülern zu helfen, sich an sie zu erinnern", wie es auf der Webseite heißt. 3,99 Pfund (4,50 Euro) kostet die App im Monat, im Jahr 11,94 Pfund (13,50 Euro). Da ist Nachhilfe doch deutlich teurer.



jek
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