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Sanitäres High-Tech-Prunkstück Nasa präsentiert neue Weltraum-Toilette für 23 Millionen Dollar

NASA WC
Das neue sanitäre Prunkstück der Nasa ist für Laien auf den ersten Blick nicht unbedingt als Toilette erkennbar
© Nasa
Auch im All hat der Mensch mitunter ein dringendes Bedürfnis. Um da Abhilfe zu schaffen, hat die Nasa eine neue Weltraum-Toilette entwickelt - allerdings nicht grade zum Heimwerkerpreis.

Es ist nicht genau bekannt, wie viele Toiletten es auf der Welt gibt. Es dürften Milliarden sein und Großteil funkioniert nach demselben Prinzip: Der User sitzt drauf, der entledigte Ballast fällt hinunter und landet entweder in der Kanalisation oder in einem Tank. Was aber, wenn nichts hinunterfallen kann? Weil es keine Schwerkraft gibt?

Über dieser Frage brüteten die Ingenieure und Techniker der Nasa, die eine neue Weltraumtoilette für künftige Mondmissionen entwickelten. Das Ergebnis wurde von der Raumfahrtbehörde vor einigen Tagen vorgestellt, demnächst soll es ins All geschossen werden und auf der International Space Station (ISS) zum Einsatz kommen. Mit einer herkömmlichen Toiletten hat das sanitäte High-Tech-Prunkstück, dessen Entwicklung sich die Nasa amerikanischen Medien zufolge 23 Millionen Dollar kosten ließ, allerdings weder optisch noch technisch viel gemein. Mit der gemütlichen Sitzung daheim ist der Toilettengang im All aber ohnehin kaum zu vergleichen. Privatsphäre gibt es quasi nicht und ein Fenster zum Lüften kann man in einer Raumstation oder einem Raumschiff auch nicht einfach so aufmachen. Und im Gegensatz zu einem normalen WC werden die Hinterlassenschaften der Astronauten nicht etwa einfach in den Weltraum entsorgt

"Der Kaffee von heute ist der Kaffee von morgen" 

Nein, das neue "Universal Waste Management System" (UWMS), so der Name der Weltraumtoilette bereitet den Urin der Nutzer wieder als Trinkwasser auf. Das ist nämlich ein ganz rares Gut im Weltraum, weil es nur begrenzt von er Erde mitgebracht werden kann. "Wir recyclen etwa 90 Prozent aller wasserbasierten Flüssigkeiten auf der Space Station, inklusive Urin und Schweiß", wird Astronautin Jessica Meir zitiert. Es werde versucht, auf der Raumstation den natürlichen Wasserkreislauf der Erde nachzuahmen. Mit Blick auf den Urin gelte daher der Grundsatz: "Der Kaffee von heute ist der Kaffee von morgen". 

Nasa WC
Detailblick auf die Weltraum-Toilette: Nr. 2 ist der Sitz fürs große, Nr. 4 der Schlauch fürs kleine Geschäft
© Nasa

Je nachdem, welches Geschäft zu erledigen ist, kommt auf der Unisex-Toilette ein Schlauch oder ein kleiner Sitz zum Einsatz - die Ausscheidungen werden dann abgesaugt. Ob das stille Örtchen angesichts der Lüftungsanlage wirklich still ist, ist fraglich. Immerhin gibt es aber noch eine Geruchssteuerung. Die Ergebnisse des großen Geschäfts kommen übrigens (noch) nicht in den Wasserkreislauf. Ein Teil wird für Untersuchungen zur Erde zurückgebracht. Der Rest wird in ein Frachtschiff geladen, das beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre planmäßig verbrennt. 

Wenn der Test auf der ISS erfolgreich verläuft, sollen die Toiletten auf den Artemis-Mondmissionen und auch bei möglichen bemannten Flügen zum Mars zum Einsatz kommen. 

Quelle: Nasa


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