HOME

Zehn Jahre nach dem Unglück: Die Suche nach den Verantwortlichen

Zehn Jahre nach dem Absturz eines Concorde-Flugzeugs mit 97 Deutschen an Bord beginnt heute bei Paris der Prozess gegen die mutmaßlich Verantwortlichen.

Wegen fahrlässiger Tötung sind fünf Menschen sowie die US-Luftfahrtgesellschaft Continental Airlines vor dem Strafgericht von Pontoise angeklagt. Die französische Presse kommentiert den Prozessauftakt:

Die Zeitung "Le Dauphiné Libéré" aus der französischen Alpen-Stadt Grenoble

"In den kommenden vier Monaten werden wir zu verstehen versuchen, warum dieses Prunkstück unseres Flugzeugbaus (...) sich so erbärmlich an einem tristen Juli-Tag des Jahres 2000 die Flügel gebrochen hat. (...) Werden wir eines Tages die genauen Umstände dieses mysteriösen Crashs erfahren? Hüten wir uns lieber vor Illusionen. Es ist wenig wahrscheinlich, dass wir am Ende dieses langen Prozesses viel mehr wissen werden, der vermutlich Schauplatz vieler Gutachter-Querelen sein wird."

Die "Nouvelle République du Centre Ouest" aus Tours an der Loire

"Die 'Concorde' war - ebenso wie das Luxusschiff 'France'- das Symbol französischer Ingenieurskunst der 60er Jahre. So sehr, dass wir in unserem Nationalstolz oft die technologische Partnerschaft mit den Briten vergessen haben. Die Maschine mit ihrer langen Nase war die Gallionsfigur der französischen Industrie - und ihrer Beschäftigten - geworden. Und sie forderte den bösen großen amerikanischen Wolf in seinem Territorium in New York heraus. Und doch hat ein kleines Metallteil gereicht, um das Ende dieses Abenteuers einzuläuten."

AFP / AFP
Themen in diesem Artikel