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Zugunglück: Familie aus Bayern getötet

Bei dem tragischen Bahnunglück vom Mittwochmittag bei Schrozberg kamen eine Frau aus Bayern und ihre drei Kinder ums Leben, der Familienvater sowie weitere Reisende überlebten teilweise schwer verletzt. Die Unfallursache ist noch ungeklärt.

Bei dem tragischen Bahnunglück am Mittwochmittag bei Schrozberg in Baden-Württemberg sind vier der fünf Mitglieder einer aus Bayern stammenden Familie ums Leben gekommen. Die beiden getöteten Lokführer kamen aus Aschaffenburg in Bayern, wie die Polizei am Donnerstag weiter mitteilte. Unter den sechs Opfern befinden sich eine Mutter und ihre drei Kinder aus dem bayerischen Ort Wittislingen. Damit stammten alle Toten aus Bayern.

Nach einer mehrtägigen Radtour war die Familie auf dem Rückweg in ihren Heimatort, wo die Frau am Freitag ihren 39. Geburtstag feiern wollte. Bei dem Frontalzusammenstoß zweier Regionalzüge kam sie gemeinsam mit ihren beiden zwölf und zehn Jahre alten Söhnen und ihrer fünfjährigen Tochter ums Leben. Nur der 42-jährige Familienvater überlebte lebensgefährlich verletzt. Nach einer Operation im Würzburger Universitätsklinikum am Mittwochabend sei sein Zustand nun aber "angeblich stabil", teilte ein Polizeisprecher mit.

Unfallursache noch ungeklärt

Die weiteren 25 Reisenden in den beiden Zügen aus Crailsheim und Aschaffenburg waren bei dem Unglück verletzt worden. Die Unfallursache war am Donnerstag weiterhin unklar. Die Polizei schloss einen technischen Defekt an den Zügen aber zunächst aus.

Nach Ansicht von Experten des Eisenbahn-Bundesamtes in Bonn können als Ursache jedoch Mängel an den Fahrzeugen ausgeschlossen werden. Vor allem die Stellwerkstechnik und ihre Bedienung sollten genauer unter die Lupe kommen, erklärte das Bundesamt. Die Staatsanwaltschaft Ellwangen ermittelt wegen fahrlässiger Tötung und Köperverletzung gegen unbekannt.

Die Bergungsarbeiten

"Die Unglücksstelle bleibt die ganze Nacht weiträumig abgesperrt", sagte Polizeisprecher Hans Ulrich Stuiber am Mittwochabend. Im Einsatz seien mit ausschwenkbaren Solarscheinwerfern ausgestattete Lichtmastkraftwagen. Die nach der Kollision umgestürzte Diesellok sollte am Donnerstag mit einem Spezialkran geborgen werden. Die Strecke bleibt nach Angaben der Bahn bis mindestens Freitag gesperrt.

Nach Polizeiangaben waren nach dem Zusammenprall beide Züge - ein Triebfahrzeug der Bauart VT 628 sowie eine Diesellok des Typs 218 - sofort seitlich umgestürzt. Dabei kippte die Diesellokomotive des Regionalexpress 19534 eine etwa 5 bis 6 Meter tiefe Böschung hinunter. Zur Geschwindigkeit der Züge wurden zunächst keine Angaben gemacht.

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