Donald Trump reist zum Weltwirtschaftsforum in Davos mit einer riesigen Delegation an. Die Welt blickt vor allem auf seine heutige Rede – alles Wichtige im stern-Newsblog.
Die Welt blickt nach Davos, wo vom 19. bis zum 23. Januar das Weltwirtschaftsforum stattfindet. Hier stehen vor allem die Grönland-Krise und die angedrohten US-Zölle im Mittelpunkt. Wichtigster Gast: Donald Trump.
Der US-Präsident reist mit einer riesigen Delegation an – ein Zeichen dafür, welche Bedeutung das Treffen auch für die USA hat. Die bange Frage der Europäer lautet: Wird Trump seinen aggressiven Grönland-Kurs fortfahren oder zeigt er Gesprächsbereitschaft?
Die wichtigsten Entwicklungen im stern-Newsblog:
Wichtige Updates
Stefan Düsterhöft

Trumps Auftritt in Davos: Was Sie vorab wissen müssen
Trumps Rede heute in Davos wird mit Spannung erwartet – damit Sie den Überblick haben, hier einmal die Ausgangslage zusammengefasst:
- Die Anreise: Trumps Reise nach Davos startete holprig: Kurz nach dem Start stellte die Besatzung der Air Force One laut Sprecherin Karoline Leavitt "ein kleines elektrisches Problem" fest. Aus Vorsicht sei man daher umgekehrt – Richtung Zürich geht es jetzt mit einem Ersatz-Flieger. Von dort aus geht es mit dem Helikopter nach Davos – bei schlechtem Wetter mit der Panzer-Limousine "The Beast".
- Das Hotel: Unterkommen wird der US-Präsident wohl im 5-Sterne-Hotel AlpenGold, natürlich in der Präsidentensuite (160 Quadratmeter).
- Das Sicherheitsaufgebot: ist riesig. Die Schweizer Armee unterstützt die Polizei mit bis zu 5000 Kräften. Dazu sind Hunderte Secret Service-Beamte im Einsatz. Der Luftraum ist weiträumig gesperrt, Drohnen-Abwehrsysteme im Einsatz.
- Der offizielle Ablauf: Eigentlich sollte Trump um 14.10 Uhr offiziell begrüßt werden – das dürfte sich wegen der Flugzeugpanne nun verzögern – ebenso Trumps Rede (geplant für 14.30 Uhr). Die Rede soll 45 Minuten dauern. Im Anschluss führt der US-Präsident persönliche Gespräche mit Staatschefs. Auch Friedrich Merz hat erklärt, er hoffe auf ein persönliches Gespräch. Am Abend lädt Trump zum CEO-Empfang.
- Die Rede: Erwartet wird, dass Trumps Rede eine Mischung aus Eigenlob, sowie Innen- und Außenpolitik wird. Trump wird wohl über Grönland sprechen – und möglicherweise über seine jüngsten Zolldrohungen. Dazu will er "Initiativen zur Senkung der Wohnkosten" vorstellen, um Kritik an den steigenden Lebenshaltungskosten in den USA zu begegnen.
- Die Grönland-Gespräche: Es seien viele Treffen zur Zukunft Grönlands geplant, erklärte Trump vorab. Genauer wurde er nicht. Er denke, "die Dinge werden ziemlich gut laufen". Man werde eine Lösung finden, mit der die Nato und die USA "sehr glücklich" sein würden. Von der Behauptung, wonach die USA auf Grönland angewiesen seien, wich Trump nicht ab. Wie weit er gehen werde, um die größte Insel der Welt in seinen Besitz zu bringen? "Das werden Sie sehen."
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Phil Göbel
Apropos Empfangskomitee: US-Handelsminister Howard Lutnick ist einem Zeitungsbericht zufolge bei einem Abendessen am gestrigen Tag nicht gerade herzlich begrüßt worden:
Die "Financial Times" berichtet unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, es sei nach aggressiven Äußerungen Lutnicks zu Tumulten gekommen. Bei der vom Chef des Vermögensverwalters Blackrock, Larry Fink, am Dienstagabend ausgerichteten Veranstaltung hätten Gäste unter lauten Rufen den Raum verlassen.
Die "Financial Times" berichtet unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, es sei nach aggressiven Äußerungen Lutnicks zu Tumulten gekommen. Bei der vom Chef des Vermögensverwalters Blackrock, Larry Fink, am Dienstagabend ausgerichteten Veranstaltung hätten Gäste unter lauten Rufen den Raum verlassen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Nele Spandick
Schon jetzt, fast anderthalb Stunden vor Beginn der Trump-Rede, stellen sich die WEF-Besucher vor dem Eingang der Congress Hall in eine lange Schlange in der Hoffnung einen Platz zu bekommen.
Nele Spandick / stern
Nele Spandick / stern
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Christine Leitner
Trumps Air Force One (also der Ersatzflieger) am Flughafen in Zürich. Arnd Wiegmann / AP / DPA
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Christine Leitner
Das ging jetzt schneller als erwartet: Donald Trump ist in dieser Minute in Zürich gelandet.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Christine Leitner
Trump gelandet – Gespräch mit Merz geplatzt
Kleines Update an dieser Stelle: In ungefähr 20 Minuten dürfte der US-Präsident mit seiner Air Force One in Zürich landen – verspätet, weil die Maschine am Morgen noch einmal umdrehen musste. Damit platzt das angedachte Treffen zwischen Donald Trump und Friedrich Merz, heißt es aus deutschen Regierungskreisen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Christine Leitner
Nato-Chef lobt Donald Trump
Jetzt äußert sich Mark Rutte doch zu Trump. Sein Statement, so könnte man sagen, ist überraschend. Der Nato-Chef lobt den US-Präsidenten – eine Strategie, um den Mann im Weißen Haus zu besänftigen?
„Wir können froh sein, dass er da ist, denn er hat uns in Europa dazu gezwungen, uns zu engagieren (...) und uns mehr um unsere eigene Verteidigung zu kümmern.“Nato-Generalsekretär Mark Rutte über Donald Trump
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Nele Spandick
Viele in Davos fordern von den Europäern stärkere Signale in Richtung Trump.
Michael Froman sieht das anders. Er war US-Handelsbeauftragter unter Barack Obama und er rät den Europäern von Rachezöllen ab. Bei einer Podcast-Aufnahme in Davos sagt er: "Trump wird dann noch mehr Druck machen – und er hat den längeren Atem."
Stattdessen solle sich die EU an China orientieren. Froman sagt: "China hat genau analysiert, wo sie relevante Engpässe in der Lieferketten erzeugen können." Das sei effektiver als allgemein die Zölle zu erhöhen. "Wenn die EU gründlich genug nach solchen Punkten sucht, werden sie auch solche Hebelquellen finden."
Stattdessen solle sich die EU an China orientieren. Froman sagt: "China hat genau analysiert, wo sie relevante Engpässe in der Lieferketten erzeugen können." Das sei effektiver als allgemein die Zölle zu erhöhen. "Wenn die EU gründlich genug nach solchen Punkten sucht, werden sie auch solche Hebelquellen finden."
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Christine Leitner
Was Mark Rutte gegen Trumps Grönland-Fantasien ausrichten könnte, lesen Sie hier:
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Christine Leitner
An dieser Stelle eine Frage, die sich wahrscheinlich alle stellen: Wer könnte den US-Präsidenten bei seinen Provokationen und Annexionsgelüsten jetzt noch bremsen? Mir fällt da spontan Nato-Generalsekretär Mark Rutte ein. Der Niederländer bewies in der Vergangenheit ein gutes Gespür für den richtigen Umgang mit dem US-Präsidenten und gilt deshalb als Trump-Flüsterer. Auffallend ist allerdings das öffentliche Schweigen, mit dem der Nato-Chef zuletzt in Sachen Grönland glänzte. Auch in Davos lässt Rutte nicht klar durchblicken:
„Sie können sicher sein, dass ich hinter den Kulissen an dieser Angelegenheit arbeite.“
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Christine Leitner
US-Gouverneure kritisieren Trumps Grönland-Pläne
Gavin Newsom ist übrigens nicht der einzige US-Gouverneur, der Trumps Kurs nicht mitträgt:
„Das Grönland-Vorgehen des Präsidenten ist total bescheuert.“Demokrat Andy Beshear, Gouverneur in Kentucky
„Wir sind erst im ersten Jahr einer vierjährigen Amtszeit, und das Ausmaß des angerichteten Schadens wird uns noch sehr lange belasten,“Demokratin Gretchen Whitmer, Gouverneurin in Michigan
„Die Sache mit Grönland ist schon etwas seltsam, denn wir können ja bereits Militärbasen auf Grönland errichten.“Republikaner Kevin Stitt, Gouverneur in Oklahoma
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Nele Spandick
Gestern kritisierte Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom die Europäer, Trump nicht ausreichend deutlich genug zu widersprechen. Heute lobt er am Rande des Weltwirtschaftsforums die gestrigen Reden: "Die Aussagen der EU-Kommissionspräsidentin waren kraftvoll, genauso wie die von Macron." Er sehe die Bewegungen an den Märkten, die sie ausgelöst hätten und fügt hinzu: "Wenn man sieht, wohin die Märkte sich bewegen, weiß man, was Donald Trump machen wird."
Nele Spandick / stern
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Christine Leitner
Erinnern Sie sich an die Fotomontagen zu Grönland, mit denen Donald Trump gestern provozierte? Da hat der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social Bilder gepostet, auf denen unter anderem Grönland, aber auch Kanada in US-Flagge gezeigt werden. Auf X hat ein findiger Nutzer ein dazu passendes Video von gestern ein wenig abgeändert. Aber sehen Sie selbst:
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Christine Leitner
„Warum setzen sie sich nicht hin, warten, bis Präsident Trump hier ankommt, und hören sich seine Argumente an?“US-Verteidigungsminister Scott Bessent
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Christine Leitner
Die Gelassenheit in Person: US-Finanzminister Scott Bessent. Anadolu Harun Ozal / Action Press
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
DPA · AFP · Reuters