Flüchtlingsdrama Mehr als 50 Migranten ertrinken vor Türkei

Vor der türkischen Mittelmeer-Küste sind mindestens 51 Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten ertrunken. Ein Schiff mit insgesamt rund 80 Menschen an Bord ist in der Ägäis gekentert. Jedes Jahr versuchen tausende Menschen aus Afrika und Asien, über die Türkei Mitgliedstaaten der EU zu erreichen.

Beim Untergang von zwei Booten mit illegalen Einwanderern sind an der türkischen Mittelmeerküste mehr als 50 Menschen ertrunken. Allein vor der Küste bei Izmir bargen Rettungshelfer und Fischer am Montag 48 Leichen, nachdem ein 15 Meter langes Boot in der Nacht untergegangen war. Nur sechs Menschen überlebten das Unglück. Durch die Türkei verläuft eine der Hauptdurchgangsstrecken für Flüchtlinge und Migranten auf dem Weg in die Europäische Union.

Ein Mitarbeiter eines Hotels war am Montag nach Mitternacht bei Seferihisar in der Provinz Izmir auf Menschen in Seenot aufmerksam geworden. "Die Geretteten sagen uns, es seien 60 bis 70 Menschen an Bord gewesen", erklärte Sefik Güldibi, ein örtlicher Behördenchef. Wahrscheinlich sei das Boot wegen eines Sturmes untergegangen. Fischer unterstützen die Rettungsarbeiten, bei denen auch Helikopter eingesetzt wurden.

Ein Boot mit sechs illegalen Einwanderern sank auf dem Weg von der Türkei nach Zypern bei hohem Seegang. Drei Usbeken konnten von der Besatzung eines Fischerbootes gerettet werden, drei weitere Menschen werden vermisst, wie die türkische Zeitung "Zaman" am Montag berichtete. Der 28-jährige türkische Kapitän sei am Sonntag etwa zehn Stunden lang zurück an Land geschwommen. Er werde in einem Krankenhaus behandelt. Sein Boot war etwa eineinhalb Stunden nach dem Ablegen in Alanya gekentert.

DPA/AP AP DPA

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