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Folteraffäre: US-Armeebericht: 94 Fälle von Misshandlung

Die US-Armee hat einen offiziellen Bericht über Gefangenenmisshandlungen und Folter von Häftlingen im Irak und in Afghanistan vorgelegt.

Der am Donnerstag vorgelegte Bericht führt insgesamt 94 Fälle auf, für die einzelne Armeeangehörige, aber nicht deren Führung verantwortlich gemacht werden. Fehler im System beim Umgang mit Gefangenen und bei Verhören sehen die Autoren des Berichts hingegen nicht.

Der Bericht führt 94 Fälle bestätigter oder mutmaßlicher Fälle von Gefangenenmisshandlung auf. Es gab Berichte über unklare Todesfälle, über sexuellen Missbrauch, Demütigungen, an Folter grenzende Quälereien sowie Misshandlungen und Diebstähle.

Nach dem Auftauchen von Fotos, die diese Misshandlungen im irakischen Gefängnis Abu Ghraib dokumentierten, war der Verdacht laut geworden, die Misshandlungen hätten zum Teil unter Duldung oder sogar auf Anweisung von Vorgesetzten stattgefunden. "Wir waren nicht in der Lage, System-Fehler festzustellen, die zu den Misshandlungsfällen geführt haben könnten", erklärte US-General Paul Mikolashek, der die Untersuchung führte. Abgeordnete der Demokratischen Partei erklärten daraufhin, die Armee habe diese "Systemfehler" vermutlich nur deshalb nicht gefunden, weil sie gar nicht danach gesucht habe.

REUTERS / DPA / Reuters
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