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Israel: Palästinenser sprengt vier Menschen in den Tod

Ein Selbstmordattentäter hat vier Menschen mit sich in den Tod gerissen. Der als orthodoxer Jude verkleidete Selbstmordattentäter wurde von seinen Opfern als Anhalter im Auto mitgenommen.

Der Anschlag ereignete sich am späten Donnerstagabend am Eingang von Kedumim im nördlichen Westjordanland. Nach Angaben der Polizei hatten die Opfer den als ultra-orthodoxen Jude verkleideten Täter allem Anschein nach in ihrem eigenen Auto befördert. Wie die Polizei rekonstruierte, nahm ein älteres jüdisches Ehepaar aus der Siedlung zunächst eine junge israelische Anhalterin mit, bevor auch der Attentäter in ihr Fahrzeug gelangte. Alle Insassen kamen ums Leben. Das Auto ging bei der Explosion in Flammen auf und brannte fast eine Stunde lang.

Splittergruppe der Fatah verantwortlich

Dem israelischen Rundfunk zufolge wurde mehrere Stunden später eine fünfter Leichnam gefunden, dessen Identität zunächst unklar war. Zu der Tat bekannte sich ein neue Splittergruppe der Fatah aus dem Flüchtlingslager Balata im nahe gelegenen Nablus. Die Gruppierung namens Kateb al Schahid Tschamuda identifizierte den Attentäter als einen 24-Jährigen aus Hebron. Der Fernsehsender Al Manar im Libanon strahlte ein Bekenntnis der Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden aus. Es war der erste Anschlag von Ablegern der Fatah des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas seit Beginn des informellen Waffenstillstands im Februar 2005. Seitdem hat nur der Islamische Dschihad gelegentlich Attentate ausgeführt.

Olmert will Grenzverlauf festlegen

Die jüngste Bluttat ereignete sich zwei Tage nach der Parlamentswahl in Israel, aus der der amtierende Ministerpräsident Ehud Olmert als Sieger hervorging. Olmert will das Westjordanland mit dem umstrittenen Sperrwall endgültig von Israel abtrennen und dabei einseitig den Grenzverlauf festlegen. Ein israelisches Kampfflugzeug feuerte in der Nacht zum Freitag eine Rakete auf ein Trainingslager der Hamas im mittleren Gazastreifen. Dabei wurden eine wichtige Wasserleitung und eine Brücke beschädigt, wie palästinensische Sicherheitsbeamte mitteilten. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen. Israel startete am Donnerstag eine neue Offensive gegen den nördlichen Gazastreifen. Ziel war es nach Militärangaben, Extremisten am Abfeuern von Raketen auf israelisches Territorium zu hindern.

Mark Lavie/AP

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