Karibikinsel Margarita Chavez verstaatlicht Hilton-Hotel

Venezuelas linksgerichteter Präsident Hugo Chavez setzt seinen aggressiven Nationalisierungskurs unbeirrt fort. Diesmal traf es das Hilton-Hotel auf der Karibikinsel Margarita, das er kurzerhand verstaatlichen ließ - mit einer kruden Begründung.

Ich habe gesagt 'Lasst sie uns enteignen' - und sie sind enteignet", sagte Hugo Chavez am Mittwoch im Staatsfernsehen zu der von ihm veranlassten Verstaatlichung des historischen Hilton-Hotels auf der Karibikinsel Margarita. "Und ich werde den Namen des Margarita Hilton ändern. Ich werde ihm einen örtlichen Namen geben. Denn die Hilton-Marke ist international, sie kommt nicht von hier", erklärte der linksgerichtete Präsident von Venezuela.

In seinem Dekret kritisierte Chavez, dass die Hotel-Führung das Gebäude vernachlässigt habe. Eine Nationalisierung sei deshalb angezeigt, um den Tourismus auf der Insel zu fördern. Zudem beschwerte sich der Präsident, dass das Management im vergangenen Monat nicht kooperativ gewesen sei, als er ein Gipfeltreffen von afrikanischen und südamerikanischen Staats- und Regierungschefs in dem Hotel veranstalten wollte. Bei der Durchführung sei eine Unmenge von Genehmigungen notwendig gewesen. "Sie wollen dem revolutionären Staat Bedingungen aufzwängen, und das werden wir nicht zulassen", sagte Chavez. Er habe sich entschlossen, die Besitzer des Hotels, die Mitglieder der venezolanischen Wirtschaftselite seien, zu enteignen.

Die Hilton-Gruppe, die für das Management des Hotels zuständig ist, erklärte, man prüfe derzeit noch, inwieweit die Ankündigung von Chavez die eigenen Interessen betreffe. Die staatliche Genehmigung für den Hotelbetrieb war erst in den vergangenen Tagen ausgelaufen. Bereits in der Vergangenheit hatte die Hilton-Gruppe Lizenzen für zwei Hotels in Venezuela verloren. Die Leitung der "Margarita Hilton Suites" soll nun von einer venezolanischen Hotelkette übernommen werden. Die Ferienanlage in Porlamar besteht unter anderem aus 280 Zimmern, 56 Suiten, Restaurants und einem Kasino.

Chavez hat in den vergangenen zehn Jahren einen aggressiven Nationalisierungskurs verfolgt und zahlreiche Wirtschaftszweige unter seiner Kontrolle gebracht - darunter den Ölsektor, den Telekommunikationsbereich sowie Metallfirmen.

Reuters/DPA DPA Reuters

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