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Nahost: Israel lässt palästinensische Gefangene frei

Israel hat damit begonnen 250 inhaftierte Palästinenser, meist Mitglieder der Fatah, frei zu lassen. Mit dieser Geste soll Palästinenser-Präsident Abbas in seinem Machtkampf mit der radikal-islamischen Hamas gestärkt werden.

Israel hat am Freitagmorgen wie vereinbart 255 palästinensische Häftlingen aus dem Gefängnis Keziot freigelassen. Nach Angaben eines Sprechers der Gefängnisverwaltung bestiegen die meist zur Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gehörenden Gefangenen Busse, die sie ins Westjordanland bringen sollen. Dort werden sie Vertretern der Autonomoniebehörde übergeben. Bis gegen Mittag sollten alle Gefangenen freigelassen sein.

Keine Mitglieder von Hamas oder Islamischem Dschihad

Keiner der Häftlinge gehört zur radikal-islamischen Hamas oder zum Islamischen Dschihad. Mit der Freilassung will die israelische Regierung die Position von Abbas stärken. Die Geste war Abbas vom israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert zugesagt worden. Bedingung für den Schritt war, dass die Palästinenser kein israelisches Blut vergossen hätten.

Alle Freigelassenen unterschrieben eine Erklärung, in der sie sich verpflichteten, in Zukunft keine militanten Aktionen gegen Israel auszuführen. Ein Häftling weigerte sich zunächst, diese Erklärung abzugeben, unterschrieb dann aber doch. Seine Freilassung verzögerte sich deshalb.

DPA/Reuters / DPA / Reuters
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