New York Busse und Bahnen rollen wieder


Wieder Shoppen ohne Schleppen: Der New Yorker Nahverkehr fährt wieder, nachdem die Gewerkschaft ihren Streik beendet hat. Bis sich die Stadt von den Folgen erholt, wird es aber noch einige Tage dauern.

Nach drei Tagen ist der Streik im New Yorker Nahverkehr zu Ende. Der Vorstand der Gewerkschaft TWU beschloss mit großer Mehrheit, den Ausstand der Bus- und Bahnarbeiter umgehend zu beenden. Die Gewerkschaft rief ihre knapp 34.000 Mitglieder am Donnerstag auf, umgehend an die Arbeitsplätze zurückzukehren.

Nach offiziellen Angaben ist aber erst im Laufe des heutigen Freitag mit einer Normalisierung der Lage zu rechnen. Für den Feierabendverkehr waren nach Angaben der Stadt die ersten Busse wieder im Einsatz. New Yorks fast 1000 Kilometer langes U-Bahnnetz sollte spätestens 18 Stunden nach Streikende wieder voll zur Verfügung zu stehen.

Zuvor hatten sich nach Angaben des staatlichen Schlichters die Gewerkschaft und die Verkehrsbetriebe MTA auf eine Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen geeinigt. Die Verkehrsbetriebe rechneten damit, dass es nach dem Streikende noch mindestens zwölf bis 24 Stunden dauert, bis Busse und Bahnen wieder planmäßig rollen. Die Protestaktion war der erste Streik im öffentlichen Nahverkehr New Yorks seit 25 Jahren und betraf etwa sieben Millionen Menschen.

Die rund 34.000 Bus- und Bahnarbeiter der Stadt hatten am Dienstag den Streik begonnen, obwohl ihnen Arbeitsniederlegungen gesetzlich verboten sind. Der TWU wurde deshalb von einem Gericht eine Strafe von einer Million Dollar pro Tag auferlegt. Zudem drohte es den Gewerkschaftsführern mit Haftstrafen. Das Gericht erwog auch individuelle Geldstrafen für die Streikenden.

Streikauslöser: Rentenalter

Der Protest richtete sich unter anderem gegen Pläne der Arbeitgeber, das Rentenalter für neue Mitarbeiter anzuheben und diese für einen Teil ihrer Altersversorgung selbst aufkommen zu lassen. Vor allem letzteres hatte die Gewerkschafter erzürnt und zum Abbruch der Verhandlungen geführt.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg und der Gouverneur des Bundesstaates New York, George Pataki, hatten den Streik verurteilt. Die Kosten für die Stadt betragen Behörden zufolge etwa 300 Millionen Dollar pro Tag. Gewerkschaftschef Roger Toussaint hat sich bei den New Yorkern für die Unannehmlichkeiten entschuldigt. Er betonte aber zugleich, die Arbeitsniederlegung sei von den Arbeitgebern provoziert worden.

Geteilte Sympathien

Die Bevölkerung zeigte sich zu dem Streik bislang gespalten. Eine Bar drohte in einer Zeitungsanzeige damit, den Gewerkschaftsmitgliedern als Ausgleich für das schleppende Geschäft in den vergangenen Tagen für jedes Getränk einen Dollar zusätzlich abzuverlangen. Die Zeitung "New York Post" bezeichnete die Streikenden als "Ratten". Manche Einwohner der Ostküstenmetropole dagegen nutzten die Streiktage für sportliche Betätigungen und holten etwa ihre lange im Schrank verstauten Inline-Skates wieder hervor, um zur Arbeit zu kommen.

DPA/Reuters DPA Reuters

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