Songhua Giftiges Wasser auf 80 Kilometern


Der chinesische Fluss Songhua wurde durch einen Chemieunfall mit Benzol verseucht. Die Millionenstadt Harbin ist deswegen ohne Trinkwasserversorgung. Inzwischen befürchtet auch Russland eine Verseuchung des Wassers.

In der chinesischen Millionenstadt Harbin ist am Donnerstagmorgen vergiftetes Wasser eingetroffen, nachdem bei einem Chemieunfall vor zehn Tagen Benzol in den Fluss Songhua geraten war. Um die neun Millionen Menschen in und um Harbin zu schützen, haben die Wasserbehörden den Haushalten das Wasser abgestellt. Die Behörden befürchteten, der Genuss des verseuchten Wassers könne Krebs auslösen.

Der Abschnitt mit dem giftigen Wasser ist etwa 80 Kilometer lang und wird nach Einschätzung von Experten 40 Stunden brauchen, um die Stadt zu passieren. "Danach müssen wir versuchen, das Trinkwasser so schnell wie möglich zu desinfizieren", sagte der Direktor des Wasseramtes von Harbin, Shi Zhongxin. Um die Zeit zu überbrücken wurde abgefülltes Wasser aus anderen Städten nach Harbin gebracht. Die Schulen blieben geschlossen.

Die Umweltkatastrophe löste inzwischen auch in Russland große Besorgnis aus. Das mit Benzol vergiftete Wasser des Songhua könnte in einigen Tagen die Stadt Chabarowsk erreichen, die rund 700 Kilometer stromabwärts von Harbin liegt, wie das Außenministerium in Moskau am Mittwochabend warnte. Indirekt wurde den chinesischen Behörden vorgeworfen, das Nachbarland nicht schnell genug über den Unfall informiert zu haben.

Russland fürchtet Trinkwasserverseuchung

Um dieser Kritik zu begegnen will China Russland über die Wasserverschmutzung per Hotline auf dem neuesten Stand halten. Der Fluss droht die Giftwelle in den nächsten Tagen in das Nachbarland hineinzutragen. Die russischen Umweltbehörden haben vor einer Verseuchung des Trinkwassers in der Region Chabarowsk gewarnt.

"Die chinesische Seite widmet den Folgen und Schäden, die diese Verschmutzung für unseren russischen Nachbarn mit sich bringen kann, große Aufmerksamkeit", sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums am Donnerstag in Peking vor Journalisten. China verstärke daher die Kontrolle der Wasserqualität des verseuchten Flusses Songhua, "um den Schaden so gering wie möglich zu halten".

AP AP

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